Übers Zuhören zum Mitmachen

Übers Zuhören zum Mitmachen

Der Kirchenchor St. Martin in Trier hat eine lange Geschichte. Seit 100 Jahren besteht er, in diesen Monaten wird das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert (der TV berichtete). 34 aktive Mitglieder zählt der Chor. Eins davon ist Annelie Sender (56). In der TV-Serie "Mein Verein" erzählt sie, was das Singen in St. Martin so besonders macht.

Durch den Besuch der Gottesdienste der Gemeinde St. Martin bin ich auf den Kirchenchor aufmerksam geworden. Seit 1999 lebe ich hier in der Pfarrei, und immer dachte ich bei Auftritten des Chors: Es wäre wirklich toll, da mitzusingen! Die Lieder gefielen mir sehr gut und haben mich beim Zuhören schon fasziniert. Ich mag Chormusik, vor allem wenn sie begeistert. Lange habe ich mich nicht getraut, doch 2009 habe ich mir dann ein Herz gefasst und wurde Mitglied: Über die freundliche Aufnahme der anderen Chorleute habe ich mich sehr gefreut.
TV-Serie Mein Verein


Singen war schon immer mein Hobby. Als Kind war ich im Schulchor, und früher habe ich zeitweise in einem Kirchenchor mitgesungen, danach längere Zeit nicht mehr. Hier in Trier in der St.-Martin-Gemeinde habe ich dann bei den Chorauftritten gemerkt, dass ich nicht mehr länger nur zuhören möchte, sondern mitwachen will. Der St.-Martin-Chor ist eine gute Wahl dafür. Die Proben bieten ein abwechslungsreiches Repertoire, einer der vielen Gründe, warum ich mich immer auf unsere Treffen freue.
Außerdem kann man mit unseren Leuten im Chor nicht nur singen, sondern auch zusammen lachen und feiern, was man an der guten Chorgemeinschaft schnell merkt. Eine andere Besonderheit ist: Viele unserer Chorsänger kommen gar nicht aus der Gemeinde St. Martin, sondern von weiter her und fahren für unsere Proben bis zu 40 Kilometer. Das finde ich toll! Ich denke, es zeigt, dass es den Leuten Spaß macht, bei uns im Chor zu sein. Das Schönste am Singen ist aber, wenn man merkt, dass es den Zuhörern gefällt, das ist wirklich ein gutes Gefühl.
Höhepunkt im Vereinsjahr für mich sind die Hochfest-Gottesdienste und die Chorausflüge, dabei hat man noch mal die Möglichkeit, die Chor-Freundschaften zu pflegen. Auftritte hatte der Chor schon in vielen Orten, ich war bisher in Bamberg, Heidelberg und Lippstadt dabei. Der "Spiritual"-Gottesdienst unseres Chors gehört ebenso zu einer meiner Lieblingsveranstaltungen, denn da werden auch viel moderne Lieder gesungen, da ist auch was für junge Leute dabei.
Das bedeutet aber nicht, dass es im Verein nur ältere Mitglieder gibt: Unsere Chorgemeinschaft zeichnet sich durch ein freundschaftliches Miteinander aus. Wir haben junge Leute, aber auch viele Erwachsene und Rentner, von 17 bis 85 Jahren ist hier alles dabei. Doch gerade diese Mischung aus Jung und Alt ist das Schöne bei uns: Man fühlt sich wie in einer Großfamilie. Leute, die Kirchenmusik mögen und vielleicht schon mal überlegt haben im Chor mitzusingen, würde ich immer raten: Probiert es einfach aus! Hört euch unsere Musik an, und vielleicht kommt ihr dann auch, wie ich, über das Zuhören zum Mitmachen!
Aufgezeichnet von unserer Mitarbeiterin Nina Wuttke
Extra

Der Kirchenchor St. Martin wurde während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1915 gegründet und hat 34 Mitglieder. Geprobt wird mittwochs von 20 bis 22 Uhr im Pfarrsaal St. Martin in der Kloschinskystraße in Trier. Neben den aktiven Sängern gehören 77 Fördermitglieder zum Verein. Neben dem Kirchenchor gibt es den Kinderchor und einen Singkreis, die zur St.-Martin-Gemeinde gehören. nw Weitere Infos bei Chorleiter Achim Müller, Telefon 0651/29386 oder E-Mail an achimmueller.trier@ t-online.de