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Überwältigender Beistand für krebskranke Schweicherin

Überwältigender Beistand für krebskranke Schweicherin

Musiker wie Kevin Staudt und die Leiendecker Bloas haben am Wochende für eine an Krebs erkrankte Frau aus Schweich zum Mikrofon gegriffen. Das Benefizkonzert im Bürgerzentrum wurde vom Verein Nachbar in Not organisiert. 700 Besucher kamen, spendeten für die Kinder der Schweicherin und zeigten sich solidarisch mit dem Schicksal der 39-Jährigen.

Schweich. "Ich bin überwältigt!", sagt die schwerkranke Schweicherin beim Blick in das gut gefüllte Bürgerzentrum. Ihre Hospizhelferin habe sie ermutigt, alle Kraft zu bündeln, um diesen Abend gemeinsam mit ihrer Familie zu genießen. Rund 700 Menschen aus der Region sind an diesem Abend nach Schweich zum Benefizkonzert gekommen und signalisierten: Wir nehmen Anteil an dem Schicksal der Familie von nebenan - und helfen zumindest mit dem Kauf der Eintrittskarte. Dafür bekamen sie jede Menge Musik geboten: Mit Vanessa Barth, einer jungen Trierer Sängerin, startete das vierstündige Benefizkonzert gleich mit einer Überraschung. "Wow, welch ein Talent", war von vielen Zuschauern zu hören. Das galt auch für Kevin Staudt, Teilnehmer der Fernseh-Talentshow "The Voice of Germany". Der Schweicher hatte sozusagen ein Heimspiel: "Hier ist so eine herzliche Stimmung", freute sich der Musiker über die Atmosphäre im Bürgerzentrum, bevor er in die Saiten griff und sang.
Für Anna (14), die Tochter der schwerkranken dreifachen Mutter, ging sogar ein Traum in Erfüllung. Für ein paar Minuten stand sie mit Kevin Staudt auf der Bühne und verblüffte das Publikum mit ihrem Mut und ihrer ausdrucksstarken Stimme. "Ich bin so stolz!", sagte die Mutter ergriffen. Den Abend voller Überraschungen krönten Daniel Bukowski & Band und die Trierer Mundart-Band Leiendecker Bloas. Alle Musiker spielten ohne Gage.
Die Idee zum Benefizkonzert kam von Sonja Storz. Mit Maria Schuh, Vorsitzende des Vereins Nachbar in Not, hatte sie den entsprechenden Partner gefunden. Rund 100 Helfer hatten das Konzert möglich gemacht: von den Schweicher Stadthusaren, die Sekt verkauften, über die Stadt, die das Bürgerzentrum kostenlos zur Verfügung stellte, bis hin zu denjenigen, die nachts aufräumten und putzten. Der gesamte Erlös, der noch nicht endgültig feststeht, kommt den Kindern der schwerkranken Schweicherin zugute. "Das Telefon steht nicht mehr still. Viele wollen noch helfen", sagte Schuh. Schon jetzt hat sich vieles bewegt: Die Krankenkasse hat eine Haushaltshilfe genehmigt, eine Fachkraft kümmert sich um die Probleme der Kinder, die in der Schule gemobbt werden. Auch Geld für die Geburtstage der Kinder gibt es nun. Roswitha Britz, Chefin der Initiative "Helfen mit Herz", ist eine der vielen Helfer. Sie will nach dem Konzert noch eine Schippe drauflegen. "Ich möchte eine Patenschaft für die Kinder übernehmen und sie neu einkleiden." kat