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Ukraine-Benefizabend im Theater Trier bringt 11.000 Euro Spenden

Veranstaltung : 11.000 Euro Spenden: So war der Benefizabend im Theater Trier für die Ukraine-Hilfe (Fotos/Video)

Der Ertrag des Benefizabends von Theater Trier und TV lässt sich nicht „nur“ in Geld ermessen. Die beeindruckende und emotionale Gemeinschaftsveranstaltung „Ein Abend für den Frieden in der Ukraine“ erreicht auch die Herzen des Publikums.

Nach einer gelungenen Theaterveranstaltung sind stehende Ovationen nicht unüblich. Dass sich das Publikum unaufgefordert bereits zu Beginn von den Plätzen erhebt, ist eine Besonderheit. Aber der Anlass ist ja auch ein besonderer. Das Philharmonische Orchester des Theaters Trier (Leitung: Jochem Hochstenbach) eröffnet den Benefizabend „Für den Frieden in der Ukraine“ mit der ukrainischen Nationalhymne. Es folgen zweieinhalb Stunden, die die Besucherinnen und Besucher in ein Wechselbad der Gefühle stürzen.

Ein Abend zwischen ohnmächtiger Wut und Heiterkeit, und unterm Strich wird dennoch Hoffnung bleiben.

Das Theater und der TV haben sich zusammengetan, um schnelle Hilfe zu ermöglichen. Zur Gemeinschaftsveranstaltung am Montagabend ist der Eintritt frei. Stattdessen wird um Spenden gebeten. Die „Gegenleistung“, die auf der Bühne erfolgt, erweist sich tatsächlich als unbezahlbar. Es ist ein Mix aus Musik von Mozart bis Lennon, aus Texten, aus Gesprächsrunden und einer köstlichen Moderation (Barbara Ullmann, Giovanni Rupp).

Vielfalt also ganz im Sinne von Triers OB Wolfram Leibe, der dazu auffordert, Flagge zu zeigen, gegen die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine. „Herr Putin, beenden Sie diesen Krieg!“, fordert Leibe. Die Stadt hat bislang rund 1000 aus dem Krisengebiet Geflüchtete aufgenommen und bemüht sich nach Kräften um Integration. Reichen die Kräfte? „Ja!“, meint das Stadtoberhaupt. Drei Krisen habe Trier bereits gemeistert (Pandemie, Amokfahrt, Flutkatastrophe). „Und diese vierte werden wir auch überstehen und so lange helfen, wie es nötig ist“. Dass Hilfe aber auch vor Ort lebens-, ja überlebenswichtig ist, macht insbesondere die von TV-Chefreporterin Katharina de Mos geleitete Gesprächsrunde deutlich. Denys Surma, seit zwölf Jahren in Trier lebender Ukrainer, fährt seit Beginn des russischen Angriffs regelmäßig Transporter mit Hilfsgütern bis an die Grenze seiner alten Heimat. „Dutzende Freunde kämpfen an der Front. Drei sind schon in der ersten Woche gefallen.“ In dieser Situation sei es schon wichtig, den verzweifelten Ukrainern zu signalisieren: „Ihr seid nicht allein!“

11.000 Euro Spenden - Wohin das Geld geht

Spendengala für die Ukraine im Theater Trier

Die Pause wird zum Spendensammeln genutzt. Die achtjährige Amadine Larrue aus Hetzerath gibt ihr gesamtes Monats-Taschengeld, ein älterer Trierer („Ich möchte nicht mit Namen in der Zeitung stehen“) wirft mindestens einen 100-Euro-Schein in eine Spendenbox. Insgesamt kommen, wie Intendant Manfred Langner und TV-Chefredakteur Thomas Roth stolz verkünden, mehr als 11.000 Euro zusammen, die je zur Hälfte an die Aktion Deutschland hilft (Bündnis nationaler Hilfsorganisationen) und den frisch von Polizeirat Dominik Sienkiewicz (Denys Surmas Schwager) gegründeten Verein Humanitäre Hilfe Trier zugute, der davon medizinische Gerätschaften kaufen und zur Ukraine bringen wird.

Die Notwendigkeit unterstreichen Textbeiträge von Schauspielensemble-Mitgliedern. darunter der von Luise Harder vorgetragene offene Brief von Olena Selenska, Gattin des ukrainischen Präsidenten, mit dramatischen Schilderungen des, wie sie schreibt, „Massenmords an Zivilisten“.

Gibt es wenigstens einen Funken Hoffnung? Diese Frage von TV Chefredakteur Thomas Roth  beantworten die Uni-Professoren Birgit Peters und Manuel Fröhlich nicht negativ. Birgit Peters hält die „globale Empörung“ für eine sehr wichtige Reaktion, um Putin ins Aus zu drängen. Und Fröhlich sagt, dass sich zumindest die Tonlage etwas geändert habe. Dennoch sei es schwierig, Putins wahre Motive zu erkennen.

Den größten Applaus erhalten der Theater-Jugendchor (Leitung: Martin Folz) für seine bewegende Interpretation der Friedenshymne „Imagine“ und zum Finale stehende Ovationen für alle Theater-Akteure nach ihrem gemeinschaftlich vorgetragenen Beatles-Klassiker „All you need is Love“, ebenfalls eine John-Lennon-Komposition.

Wie kam der Abend an? „Es war ein bewegendes Ereignis dank einer sehr guten und stimmigen Zusammenstellung der Programmpunkte“, findet etwa Jürgen Backes aus Konz-Roscheid.

Und was bleibt? Vor allem die Erkenntnis, dass für die Menschen in der Ukraine noch viel mehr getan werden muss – und kann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ukraine-Hilfe: Spendengala im Theater Trier