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Ukraine Hilfe Trier Sprinter oder LKW gesucht für Fahrt nach Polen

Medizinisches Material fürs Kriegsgebiet : Trierer Krankenhäuser spenden Medikamente für Ukraine – Spedition hilft mit LKW weiter (Update)

Die Ukraine-Helfer, die derzeit Hilfsgüter in Konz-Könen sammeln, haben gleich mehrere Paletten mit Medikamenten und medizinischem Zubehör von den Trierer Kliniken erhalten. Inzwischen wissen sie auch, wie sie das Material nach Polen transportieren können.

Bauunternehmer Emrah Bayindir vom Unternehmen EB-Bau hat am Dienstagvormittag dringend Transporter oder einen größeren Lastwagen gesucht, um Medikamente an die ukrainisch-polnische Grenze zu bringen. Nach einem Aufruf über volksfreund.de hat der Firmenchef inzwischen auch Transportfahrzeuge bekommen. Es hätten sich mehrere Personen bei ihm gemeldet – unter anderem eine Spedition, die einen Lastwagen zur Verfügung stellen werde, sagt Bayindir. 

Der Bauunternehmer hat schon am Sonntag eine Halle seiner Firma zur Lagerung und Verladung von Hilfsgütern für die Ukraine zur Verfügung gestellt. Die Initiative ist auf eine Gruppe Ukrainer aus Trier und einige seiner Mitarbeiter zurückzuführen, die seit Samstag Hilfsgüter für ihre Landsleute sammeln.

Am Sonntag und Montag sind bisher zwei Transporter und ein schwerer LKW mit Gütern zur polnischen Grenze aufgebrochen. Die Helfergruppe steht mit der Verwaltung der west-ukrainischen Stadt Lemberg in Kontakt, die dafür sorgt, dass die Güter zu den Bedürftigen im Kriegsgebiet in der Ukraine kommen. Dort sind sie laut der Facebook-Seite der Gruppe inzwischen auch angekommen. Verteilt werden die Güter in Winnizia, einer Kreisstadt, die etwa 270 Kilometer südwestlich von Kiew liegt.

Die neue Lieferung der Trierer Helfer, weswegen sie nach einem Lastwagen gesucht hatten, beinhaltet medizinisches Zubehör, das die beiden Trierer Kliniken, das Mutterhaus und das Brüderkrankenhaus, gespendet haben. Die Soforthilfe der Kliniken ist ohne große Umschweife über persönliche Beziehungen der Ukraine-Helfer mit den Kliniken zustande gekommen. 

„Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier unterstützt den Hilfstransport von Refugium Trier für die Ukraine über unseren Einkauf und Apotheke mit einer größeren Lieferung an medizinischen Sachbedarf“, sagt Anne Britten, Pressesprecherin des Brüderkrankenhauses. Aus dem Zentrallager des Krankenhauses habe die Klinik zweieinhalb Paletten Verbandsmaterial, Infusions- und Transfusionsbedarf abgeholt und an die Helfer übergeben. „Unsere Apotheke stellt zur weiteren Abholung aktuell noch 1,5 Paletten mit Medikamenten zusammen, vorrangig Schmerzmittel, Antibiotika und Infusionslösungen“, sagt Britten.

Ähnliches Material stellt das Mutterhaus zur Verfügung – laut Pressesprecherin Maire Lea Palias ebenfalls insgesamt vier Europaletten. Das Material stamme aus dem Bestand des Mutterhauses. „Die Zusammenstellung wurde in Absprache mit den Helfern abgestimmt“, sagt Palias. 

Dass die Trierer Krankenhäuser plötzlich aktiv werden, liegt an der russischen Invasion in der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag einen großflächigen Angriff auf die Ukraine gestartet. Wegen des Kriegs sind derzeit Hunderttausende Menschen, darunter viele Kinder, auf der Flucht. Von dem Krieg sind auch Verwandte und Freunde der Ukrainer aus Trier betroffen, die engen Kontakt zu den Menschen in ihrer Heimat halten. In Absprache mit den Menschen im Kriegsgebiet hat die Trierer Gruppe eine Liste zusammengestellt von Material, das die Menschen in der Ukraine brauchen. Zu finden ist die Liste auf den Facebookseiten Refugium Trier - Informations- und Hilfsnetzwerk  und Stand  with Ukraine.