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Um Mitternacht von Trier nach Hermeskeil

Um Mitternacht von Trier nach Hermeskeil

Nach dem Discobesuch in Trier kommen Jugendliche aus dem Ruwertal seit Januar sicher mit dem 3-Uhr-Bus der Trierer Stadtwerke nach Hause. Ab sofort fährt jetzt auch ein 24-Uhr-Bus der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft bis in den vorderen Hochwald. Beide Angebote laufen aber vorerst auf Probe - wegen hoher Zusatzkosten für die Busunternehmen.

Ein Aufschrei ging vergangenen Herbst durchs vordere Ruwertal. Der Grund: Die Stadtwerke Trier (SWT) wollten ihre 2-Uhr-Nachtbuslinien von Trier bis Pluwig/Waldrach wegen zu geringer Fahrgastzahlen streichen. Etwa 250 Jugendliche protestierten dagegen und wurden gehört. Seit dem 13. Januar starten donnerstags bis samstags um 3 Uhr SWT-Busse vom Trierer Hauptbahnhof ins Ruwertal.
Ein Erfolg, den sich die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer auch für die restlichen VG-Orte wünschte.

Nachtbus in den vorderen Hochwald: Für den Raum Osburg gibt es jetzt eine ähnliche Lösung. Die Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft hat die letzte Fahrt ihrer Linie R200 von Trier nach Hermeskeil am Freitag und Samstag von 23 auf 24 Uhr verlegt. Der Bus hält in Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Thomm, Osburg, an der L-149-Abzweigung nach Herl und in Farschweiler. "Wir sind froh, dass die RMV sich dazu bereiterklärt hat", sagt VG-Bürgermeister Bernhard Busch.
Auch die Jugend freut sich: "Den 23-Uhr-Bus nutze ich oft", sagt der Osburger Johannes Gorges (22). Für die Kino-Spätvorstellung werde es jedoch "knapp". Gorges ist sicher, dass im neuen 24-Uhr-Bus auch viele seiner Freunde mitfahren werden. Für einen Discobesuch in Trier sei Mitternacht allerdings "immer noch zu früh".
Eine spätere Abfahrt von Trier ist laut Joachim Huber, Leiter der Trie rer RMV-Niederlassung, nicht rentabel. Mehrkosten entstünden für die zusätzliche Arbeitszeit des Fahrers und Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit. Dem stünden keine "erheblichen zusätzlichen Einnahmen" gegenüber, sagt Huber. Denn Busnutzer wären vor allem Schüler mit Monatskarten. Die RMV wolle daher genau beobachten, wie das 24-Uhr-Angebot angenommen werde.

SWT-Linien ins untere Ruwertal: Genaue Fahrgastzählungen wollen auch die Stadtwerke für die 3-Uhr-Linie nach Pluwig/Waldrach vornehmen, die vorerst ein Jahr auf Probe fährt. Laut SWT-Verkehrschef Frank Birkhäuer wurde wegen eines Softwarefehlers in den Bordrechnern der Busse bislang nur an einem Wochenende manuell gezählt. Ergebnis: sieben Fahrgäste im Durchschnitt. Ob die Linie 2013 weiter fahre, könne daher noch nicht beurteilt werden. Ein Nutzer des Nachtbusses ist Benedikt Nilles (18) aus Pluwig. Er fährt regelmäßig mit der Linie 81. "Ganz optimal" findet er die Lösung aber noch nicht. Es gebe keine Verbindung zwischen 24 und 3 Uhr. Wer nicht erst um drei nach Hause wolle, für den sei "diese Zeitspanne zu lang". Schlimmer treffe es aber seine Bekannten aus Schöndorf, wo gar kein Nachtbus hält. "Die müssen sich notfalls von den Eltern abholen lassen."

Kein Spätbus nach Schöndorf: An einer Lösung für den Raum Schöndorf arbeitet die VG-Verwaltung noch. Laut Bürgermeister Busch gibt es ein Angebot der SWT, die drei Nachtfahrten pro Woche nach Pluwig bis Schöndorf zu verlängern. "Das bedarf aber erheblicher öffentlicher Zuschüsse, über die der Kreis entscheiden müsste", sagt Busch. 38 Euro pro Fahrt haben die SWT ausgerechnet, das wären jährlich 6000 Euro. Die Kosten entstehen laut Birkhäuer, weil "Fahrer und Bus speziell für diesen Auftrag eingesetzt" werden müssten. Bei der bisher ermittelten Besetzung würden ohne Zuschuss "nicht einmal die Treibstoffkosten gedeckt".
Die Verbandsgemeinde hofft jetzt auf ein Engagement von Erzig Reisen aus Pluwig. Das Busunternehmen fährt tagsüber im Auftrag von SWT und RMV die Linien 30, 33 und 34 nach Bonerath, Holzerath und Schöndorf. "Wir stehen in Kontakt", sagt Busch. Alternativlösungen wie etwa ein Anrufsammeltaxi hält er für schwer umsetzbar: "Kein Taxianbieter fährt mit leerem Wagen von Trier bis Pluwig."Extra

Die Schweicher profitieren seit Anfang Januar von einer verlängerten Route der Linien 8 und 87, die vorher im Trierer Stadtteil Quint Endstation machten. Sie fahren jetzt tagsüber im 40-Minuten-Takt über Biewer, Ehrang, Quint und Issel nach Schweich weiter. Ermöglicht hat dies eine Kooperation der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft mit der Verkehrsgesellschaft der Stadtwerke Trier. Die Linie 87 fährt donnerstags bis samstags zwischen 24 und 3 Uhr im Stundentakt in Trier ab. Für Nachtschwärmer, die zu später Stunde von Trier nach Igel fahren wollen, gibt es seit Anfang 2012 ebenfalls ein erweitertes Angebot. Die Linie 81 fährt jeweils um 24 Uhr und um 3 Uhr vom Trierer Hauptbahnhof bis nach Igel. cweb/alf