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Meinung: Umbenennung ist nicht nur Sache der Anwohner

Meinung : Umbenennung ist nicht nur Sache der Anwohner

Straßen werden nach Persönlichkeiten benannt, um diese zu ehren. Aber was, wenn sich die Ansicht über die Ehrbarkeit derart grundsätzlich wandelt wie beim den Nazis so zugewandten Hindenburg? Wird aus der Ehre dann automatisch eine bloße Bezeichnung ohne Bedeutung?

Oder sogar eine Mahnung, Geschichte nicht zu vergessen? Ich meine: Nein.

Hindenburg ist untrennbar mit der Machtergreifung Hitlers und des Nazi-Regimes verbunden. Die, die die Straße zwischen der neuen Synagoge, vorbei am Rathaus und bis zum Viehmarkt nach ihm benannten, rechneten dem Reichspräsidenten diese „Leistung“ offenbar hoch an. Die Hauptstraße mitten in der Trierer Innenstadt weiter den Namen Hindenburgs tragen zu lassen, ist unwürdig.

Der Ortsbeirat Trier-Mitte sieht das auch so. Und der Stadtrat hat sich bereits 2013 für die Umbenennung entschieden. Dass der damalige Stadtvorstand mit Hinweis auf die Meinung von 56 Anwohnern, die an der Umfrage teilgenommen haben, die Sache ablehnte, ist geradezu albern. Denn ob Trier weiter eine Hindenburgstraße haben soll, ist nicht Sache der wenigen direkten Anlieger, sondern der demokratisch gewählten Vertreter aller Trierer.

c.wolff@volksfreund.de