Umgehung Kürenz: Dietze gibt Gas

Umgehung Kürenz: Dietze gibt Gas

TRIER. Der städtische Baudezernent Peter Dietze (SPD) unternimmt überraschend einen neuen Vorstoß in Sachen "Umgehung Kürenz". Er plant eine teils neue, um die Hälfte günstigere Variante als die vom Stadtrat 2004 beschlossene "Tunnellösung", die 19,5 Millionen Euro kosten würde. Dietze fordert, dass im Haushalt 2006/2007 100 000 Euro Planungskosten bereitgestellt werden.

Wie kann man der allseits als berechtigt anerkannten Forderung der Kürenzer nach einer Entlastung vom Durchgangsverkehr entsprechen? Über diese Frage gibt es seit vielen Jahren eine heftige politische Auseinandersetzung. Auch vor Gericht ist ein Verfahren anhängig, denn am 30. Januar befindet das Oberverwaltungsgericht in Koblenz über die Normenkontrollklage der Bürgerinitiative "Lebenswertes Kürenz" gegen die Stadt, mit der eine verbindliche Planung für eine Umgehung erzwungen werden soll.Bis September soll detailliert geplant werden

Nachdem der Stadtrat im April 2004 mit den Stimmen von CDU und UBM und gegen heftigen Widerstand von SPD und Grünen den Bebauungsplan BK 22 verabschiedet hat, der eine 19,5 Millionen Euro teure Straßenverbindung zwischen dem Aveler Tal und der Metternichstraße mit einem Tunnel unter den Kürenzer Bahngleisen vorsieht, hat sich aufgrund der Finanzmisere von Bund, Land und Kommune bislang nichts in dieser Richtung getan. Baudezernent Peter Dietze bringt deshalb jetzt eine bereits früher diskutierte, aber teilweise neue Variante ins Spiel, die nach seiner Auskunft nur die Hälfte kosten und daher eher eine Chance auf Realisierung haben würde. Er schlägt vor, das Aveler Tal über die bislang nur für Anliegerverkehr frei gegebene Straße "Am Grüneberg" und die Zementbrücke, die abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt werden soll, im Norden Triers (Dasbachstraße) mittels eines Kreisels an die Metternichstraße anzubinden. Das führe allerdings "nur dann zu einer nachhaltigen Verkehrsentlastung für Alt-Kürenz, wenn weitere verkehrslenkende und verkehrsbeschränkende Maßnahmen umgesetzt werden", heißt es in einer Vorlage der Verwaltung, die am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung dem Dezernatsausschuss V präsentiert wurde. Konkret sind damit die Festsetzung von Einbahnstraßen (außer ÖPNV), zeitweise Verkehrsbeschränkungen und Durchfahrverbote für Laster gemeint. Dietze will den Stadtrat dafür gewinnen, 100 000 Euro Planungskosten zu bewilligen, damit externe Planer unter anderem die neue Brücke entwerfen und die Kosten für den Bau kalkulieren können. Außerdem will die Verwaltung die Variante weiter detailliert planen, einschließlich der Verkehrsberuhigung in Alt-Kürenz. Bis September sollen dem Stadtrat die Ergebnisse zur Entscheidungsfindung vorgelegt werden. Ein Problem der Dietze-Pläne: Das Gelände von der Zementbrücke bis zum ehemaligen Kürenzer Sportplatz befindet sich im Besitz der Bahn, mit der über den Kauf verhandelt werden muss. Gleichzeitig würden viele Kleingärtner, die dort Anlagen betreiben, diese verlieren.