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Umweltzentrum: Ex-Chef vor Gericht

Trier. Der ehemalige Leiter des Umweltzentrums der Handwerkskammer Trier muss sich ab heute vor dem Trierer Amtsgericht verteidigen. 13 500 Euro soll er - gemeinsam mit drei weiteren Angeklagten - am Finanzamt und an den Gläubigern eines Mitarbeiters vorbeigeschleust haben. Christiane Wolff

Trier. Zusammen mit drei ehemaligen Mitarbeitern soll B., ehemaliger Leiter des Trierer HWK-Umweltzentrums, im Jahr 2007 Honorare verschoben haben. Grund dafür soll die hohe Verschuldung des Mitarbeiters L. gewesen sein, der sich seinerzeit in einem Privatinsolvenzverfahren befand und sein HWK-Honorar an seine Gläubiger hätte abtreten müssen.
Um das zu vermeiden, habe Abteilungsleiter B. das für L. bestimmte Geld zunächst zwei freiberuflichen Dozenten zukommen lassen, die dieses dann auf Umwegen L. zuleiteten.
Insgesamt sollen so laut Staatsanwaltschaft 13 500 Euro an Finanzamt und L.s Gläubigern vorbeigeschleust worden sein.
Anklage erhoben hatte das Trie rer Amtsgericht gegen das Quartett bereits im Sommer 2013. Der damals angesetzte Verhandlungstermin war allerdings wegen eines stationären Krankenhausaufenthaltes eines der Angeklagten auf den heutigen Dienstag verschoben worden (der TV berichtete).
Die Verhandlung gegen den ehemaligen HWK-Abteilungsleiter, seinen Mitarbeiter L. und die beiden Ex-Dozenten ist dabei eine Art Nebenprodukt der umfangreichen staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die ehemalige Trierer HWK-Spitze wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug. Ihre seit 2009 laufenden Untersuchungen hatte die Koblenzer Staatsanwaltschaft im Herbst 2013 abgeschlossen und im November Anklage erhoben. Angeschuldigt sind der Ex-HWK-Hauptgeschäftsführer K., dessen damaliger Stellvertreter A., der Ex-Leiter des Umweltzentrums B. und der ehemalige HWK-Personalchef A. vor dem Koblenzer Landgericht (der TV berichtete). Laut Anklageschrift sollen die vier mit Hilfe gefälschter Projektdaten Zuschüsse in Höhe von 880 000 Euro zu Unrecht für die HWK kassiert haben.
Einen Verdacht auf persönliche Bereicherung gibt es nicht. Der Prozesstermin vor dem Koblenzer Landgericht steht noch nicht fest.