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Unbekannte spähen Kontodaten aus - Möglicherweise 580 Kunden betroffen - Täter buchen Kleinbeträge in Jamaika ab

Unbekannte spähen Kontodaten aus - Möglicherweise 580 Kunden betroffen - Täter buchen Kleinbeträge in Jamaika ab

Unbekannte haben zwischen dem 9. und 10. August in der Sparkassenfiliale in der Brückenstraße in Schweich Kontodaten von möglicherweise 580 Kunden über ein manipuliertes Kartenlesegerät ausspioniert. Ob ein Zusammenhang mit gleichartigen Vorfällen Ende Mai dieses Jahres in Kell am See besteht, prüft die Kripo derzeit und bittet gleichzeitig um Hinweise von Zeugen.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei haben Unbekannte das Kartenlesegerät an der Eingangstür der Sparkassenfiliale in der Brückenstraße in Schweich so manipuliert, dass Daten bei der Türöffnung ausgelesen werden konnten.
Etwa 580 Kunden haben von Samstag, 9. August, 1.15 Uhr, bis Sonntag, 10. August, 23.15 Uhr, das Bankhaus über die Zugangskontrolle betreten. Bisher sind sieben Fälle bekannt, in denen unberechtigter Weise Geld von Konten abgebucht wurde. Dabei handelt es sich jeweils um Beträge unter 100 Euro, die in Jamaika abgebucht wurden.

Nach Mitteilung der Sparkasse wurden die betroffenen Personen informiert. Die entsprechenden Karten wurden gesperrt.

Bereits Ende Mai dieses Jahres wurde eine ähnliche Vorgehensweise bei einem Geldinstitut in Kell am See angezeigt. Die Polizei prüft derzeit, ob ein Zusammenhang mit der Tat in Schweich besteht.

Die Kripo bittet um Zeugenhinweise:
Wer hat im Tatzeitraum Beobachtungen im Bereich der Sparkasse in der Brückenstraße gemacht, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten? Hinweise nimmt die Kripo Trier, Telefon 0651/9779-2290, entgegen.

Die Polizei rät:
Gehen Sie bitte sorgsam mit Ihren Zahlungskarten um und bewahren Sie die PIN stets getrennt von der Karte auf.
Haben Sie mehrere Zahlungskarten? Betätigen Sie den Türöffner eines Bankinstitutes nicht mit der gleichen Karte, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.

Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Der Kartenleser hat immer nur die Funktion des Türöffners. Verständigen Sie in solchen Fällen die Polizei und das Geldinstitut.

Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.

Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab. Das erschwert das "Ausspähen" per Kamera oder Foto-Handy erheblich.
Nutzen Sie keinen Geldausgabeautomaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z. B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.

Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen. Verständigen Sie die Polizei, um mögliche Spuren sichern zu können.

Was ist Skimming?
Um in den Besitz der Kartendaten zu kommen, installieren die Täter vor dem Karteneinschubschacht von Geldautomaten oder elektronischen Zugangskontrollen an der Eingangstür ein manipuliertes Kartenlesegerät oder sogar eine vollständige Frontplatte. Beim Einschub der Bankkarte werden die Daten gespeichert. Um an die PIN zu gelangen, wird das Eintippen der Nummer mit einer Kamera oder einem Foto-Handy aufgezeichnet.