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Und die Straße, die hat Zähne . . .

Und die Straße, die hat Zähne . . .

TRIERWEILER. Es wird zu schnell gefahren, das Verkehrsaufkommen nimmt zu und damit auch die Unfallgefahr und das Aufkommen von Lärm und Abgasen – vor diesem Hintergrund entwickelt die Gemeinde Trierweiler ein Verkehrsberuhigungskonzept.

Trierweiler mit seinen Ortsteilen Sirzenich, Udelfangen und Fusenich gehört zu den aufstrebenden Orten in der Region Trier. Das liegt unter anderem an der Nähe zu Trier und Luxemburg, aber auch an der guten Verkehrsanbindung. Das Plus an Einwohnern und die damit einhergehende Anpassung der Infrastruktur hat jedoch auch eine Kehrseite: den zunehmenden Verkehr mit allen seinen negativen Begleiterscheinungen. Autofahrer umfahren Staus auf der B 51

"Der Verkehr hat in einigen Bereichen innerhalb von zwei Jahren um 60 Prozent zugenommen", sagt Ortsbürgermeister Matthias Daleiden (FBL). Verantwortlich dafür sei auch der Durchgangsverkehr, der früher so gut wie keine Rolle gespielt habe. Insbesondere in den vergangenen Jahren hätten jedoch die Staus auf der B 51 indirekt mehr Verkehr im Trierweiler Gebiet verursacht. "Die Autofahrer fahren über den Markusberg oder Euren nach Trier, um die Bitburger zu umfahren. Das kriegen wir deutlich zu spüren", sagt der Ortsbürgermeister. Um rechtzeitig gegenzusteuern, hat die Gemeinde das Trierer Ingenieurbüro "V-Kon" mit der Erstellung eines Verkehrsberuhigungskonzepts beauftragt. In vom Gemeinderat festgelegten Schwerpunktbereichen ist der Ist-Zustand untersucht worden; unter anderem durch Verkehrszählungen. Dabei wurde in einigen Fällen dringender Handlungsbedarf erkannt; zumindest in einem Fall kamen die Experten jedoch auch zu dem Ergebnis, dass die derzeitige Situation besser sei als erwartet (Straße "Im Kordel"). Erste Lösungsvorschläge sollen nun in Bürgerversammlungen diskutiert werden. Gestern Abend war Trierweiler an der Reihe, am 20. November, 19 Uhr, ist Termin im Sirzenicher Gemeindehaus, und am 24. November, 20 Uhr, geht es im Gemeindehaus Trierweiler um den Ortsteil Fusenich. "Es ist mir ein großes Anliegen, dass die Bevölkerung die Maßnahmen akzeptiert", sagt Daleiden, der auf einen möglichst großen Konsens setzt. Ebenso wie die Ortsbeiräte sollen die Bürger eng am Entscheidungsprozess mitwirken. Dem Ortsbürgermeister schwebt die Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit Räten und Bürgern vor, die die Verkehrsplanung über Jahre hinweg aktiv begleiten soll. Bei der Umsetzung, die im Frühjahr 2007 begonnen werden soll, will die Gemeinde auch unkonventionelle Wege gehen. So sollen beim "Pilotprojekt", der Gemeindestraße "Auf dem Steg" in Trierweiler, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen nach bewährtem niederländischen Vorbild umgesetzt werden: aufgemalte "Haifischzähne" und eine Erhöhung der Fahrbahn sollen den psychologischen Effekt erzielen, dass Autofahrer langsamer fahren und besser aufpassen - und damit zu mehr Lebensqualität in den Wohngebieten beitragen. Im Einzelnen sind folgende verkehrsberuhigte Maßnahmen vorgesehen:TRIERWEILER: Tempo 30 für den gesamten Bereich der Schulstraße Zusätzliche Querungshilfen im Bereich der Schule Bauliche Einengung "Im Flürchen" und "Auf dem Steg" Verkehrsberuhigung im Ortseingangsbereich aus Richtung Fusenich (Kayer-Schmetting-Straße/Zum Mühlenbach)SIRZENICH: Tempo-30-Zone für den gesamten Ortsteil von Sirzenich Straßeneinengung am Ortseingang (Aacher Straße), in der Verlängerung der Aacher Straße und in der Trierweiler StraßeUDELFANGEN: kein unmittelbarer Handlungsbedarf; das Ingenieurbüro empfiehlt Tempo-30-Zone für den ganzen Ort, falls Maßnahmen umgesetzt werden solltenFUSENICH: Tempo-30-Zone für den gesamten Ortsteil von Fusenich mit begleitenden Maßnahmen in der Ortseinfahrt aus Richtung Liersberg kommend