Und nachts rollen die Brummis

Und nachts rollen die Brummis

EHRANG-QUINT/BIEWER. Brummen seit der Einführung der Mautgebühr mehr Lastwagen über die Bundesstraße durch die Stadtteile Ehrang und Biewer als vorher? Einige Anwohner bemerken eine Zunahme des Verkehrs und vermuten die neue Maut als Ursache.

"Manchmal höre ich drei bis vier Mal in der Nacht Lastkraftwagen die Hafenstraße hochfahren und werde aus dem Schlaf gerissen", berichtet ein Anwohner aus der Ehranger Straße/Ecke Hafenstraße. Auf dieser ansteigenden Straße vom Gewerbegebiet Trierer Hafen in den Stadtteil Ehrang müssen die LKW kräftig und geräuschvoll Gas geben. Sie biegen in die Ehranger Straße ab, müssen beschleunigen und fahren über Biewer nach Trier. "Das war früher nicht so. Zum ersten Mal ist mir das in der ersten oder zweiten Januarwoche aufgefallen."Maut-Ticket-Automat im Ehranger Hafen

Der Ehranger vermutet, dass die LKW-Fahrer, die Autobahn-Maut sparen wollen und nun nicht mehr vom Trierer Hafen aus auf die Autobahn fahren, sondern über die Bundesstraße durch Ehrang und Biewer. Im Gewerbegebiet Trierer Hafen sind mehrere Speditionen ansässig. Dort hat der Getränke- und Lebensmittelhandel W. Eifel einen Maut-Automaten, einen so genannten "Toll Point" aufgestellt. Da können LKW, die nicht automatisch durch ein Gerät in den Fahrzeugen mit dem Maut-Erfassungssystem verbunden werden, ein Ticket lösen. "Häufig genug" werde der Automat angefahren, berichtet Winfried Dahm, Verkaufsleiter bei der Firma Eifel, ohne sich auf eine Zahl festlegen zu wollen. Der Automat steht seit eineinhalb Jahren auf dem Firmenparkplatz. Seit Januar 2005 funktioniere das Lösen der Maut-Tickets. "Im Trierer Hafen sind viele LKW, daher war ein solcher Automat nötig. Der Maut-Automat dient uns auch zu Werbezwecken: Die LKW-Fahrer halten da an und trinken auch einen Kaffee oder essen ein heißes Würstchen." Auch Dahm hat schon beobachtet, dass Schwerlaster nachts durch Biewer in Richtung Trier fahren. Der neue Maut-Automat wird nach Beobachtungen der Polizeiinspektion Schweich "stark frequentiert", berichtet Polizei-Pressesprecherin Monika Peters. Weder die Autobahnpolizeistation noch die Polizei Schweich hätten jedoch festgestellt, dass die Bundesstraße als Ausweichstrecke genutzt wird. Bei der Ortsvorsteherin von Biewer, Sabine Berg, sind seit Januar 2005 noch keine Klagen über vermehrten LKW-Verkehr eingegangen. "Es ist noch zu früh, um etwas festzustellen. In einiger Zeit wird es sich besser bewerten lassen". Seit die Arbeiten für die Ortsumgehung Biewer weitergehen, gebe es einige LKW mehr als sonst, die über den Trierer Hafen nach Biewer fahren müssen, um die Baustelle zu beliefern. Nur in dieser Richtung ist die Baustelle zu erreichen, denn für LKW mit über 7,5 Tonnen gilt ein Fahrverbot von Pallien Richtung Biewer. "Mir wurde zugetragen, dass die Bürger das Gefühl haben, es fahren mehr LKW", sagt der Ehranger Ortsvorsteher Günther Merzkirch. Er vermutet, dass seit der neuen Autobahn-Maut die Fuhrunternehmer dadurch Kosten sparen wollen. "Aber damit machen sie ja nichts Illegales, und deshalb kann man dagegen auch nichts machen." Er sieht Bedarf, die für ihn sinnvolle Maut-Regelung nachzubessern, zum Beispiel, indem sie auf Bundesstraßen ausgeweitet wird. Auch Anwohner in Quint berichten, dass Brummis nach wie vor durch den Ort fahren.

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