Und wieder brennt es in Ruwer

Trier-Ruwer · In der zweiten Nacht in Folge hat mutmaßlich ein Brandstifter im Trierer Stadtteil Ruwer Autos angezündet. Nachdem es in der Nacht zum Montag schon brannte, stand in der Nacht zum Dienstag erneut ein Fahrzeug in Flammen.

 In der Nacht auf Montag hat es in der Straße Auf Mohrbüsch im Stadtteil Ruwer gebrannt. Zwei Autos sind dabei zerstört worden.

In der Nacht auf Montag hat es in der Straße Auf Mohrbüsch im Stadtteil Ruwer gebrannt. Zwei Autos sind dabei zerstört worden.

Foto: (h_st )

Trier-Ruwer. Bei dem ein oder anderen Einwohner von Trier-Ruwer werden Erinnerungen wach. Schlechte Erinnerungen: Vor gut sechs Jahren gab es insgesamt neun Brände im Stadtteil (siehe Extra). Und nun scheint es so, als ob erneut ein Brandstifter sein Unwesen treibt. Bereits in der Nacht auf Montag haben in der Straße Auf Mohrbüsch zwei Autos gebrannt (der TV berichtete).
Wenige Hundert Meter entfernt hat es in der Nacht zum Dienstag wieder gebrannt. Dieses Mal stand in der Straße Kirchenbungert ein Ford Focus in Flammen. Laut Auskunft der Polizei bemerkten Anwohner den Brand etwa gegen 0.20 Uhr und alarmierten die Feuerwehr. Der Wagen war am Vorabend auf einem Vorhof abgestellt worden und von der Straße frei zugänglich.Wehr verhindert Übergreifen


Die Flammen vernichteten den Focus komplett. Da das Fahrzeug dicht an der Wand des Hauses abgestellt worden war, gerieten dort Rollläden in Brand. Durch die Hitze gingen mehrere Scheiben zu Bruch, die Fassade des Hauses wurde ebenfalls beschädigt. Laut Polizei verhinderte das schnelle Eingreifen der Feuerwehr, dass auch das Gebäude Feuer fing.
Nach Auskunft von Polizeisprecher Karl-Peter Jochem laufen die Ermittlungen. Von einer Brandserie möchte er noch nicht sprechen. Jochem: "Es ist noch zu früh, um von einer Serie zu sprechen." Die räumliche Nähe und die Uhrzeiten legten jedoch den Schluss nahe, dass es sich bei den Bränden eben nicht um Zufälle handele. "Wir ermitteln in alle Richtungen." Die Polizei werde vermehrt Streife fahren und hofft, durch Zeugenaussagen weiterzukommen. Da die Brände in den Nachtstunden geschehen seien, seien jedoch nicht allzu viele Beobachtungen zu erwarten.
Auch Ortsvorsteherin Monika Thenot hofft, dass die Polizei verstärkt Streife fährt und der eine oder andere Stadtteilbewohner in den kommenden Nächten besonders aufpasst. "Auch ich habe mir schon überlegt, mein Auto in die Garage zu stellen", sagt Thenot. Die jüngsten Brände hätten natürlich nicht die Ausmaße der Brandserie von 2011, als auch Häuser brannten. Doch machten sich die Einwohner des Stadtteils so ihre Gedanken. Thenot: "Hoffentlich geht das nicht weiter mit den Bränden."
Die Kripo hat Ermittlungen wegen Brandstiftung aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0651/9779-2290.Extra

Zwischen dem 7. April und dem 22. Mai 2011 gab es neun Fälle von Brandstiftung in Trier-Ruwer/Eitelsbach. Betroffen waren vor allem Wohnhäuser und Lagerhallen. Der Gesamtschaden betrug rund 200 000 Euro. Die Kripo nahm einen damals 17-Jährigen fest, der später verurteilt wurde. 25 Fahrzeuge standen zwischen dem 2. Juli 2003 und dem 30. Mai 2007 in Neu-Kürenz rund um die Universität in Flammen. Die Schadenshöhe lag bei rund 200 000 Euro. Die Kripo überprüfte damals mehrere Verdächtige. Wer zündelte, konnte nicht ermittelt werden. Bei einem Brand im Busental (Trier-West) wurden im August 2016 zwei Autos zerstört, ein weiteres durch die Flammen schwer beschädigt. Der Sachschaden belief sich auf rund 50 000 Euro. Ein Urheber wurde nicht ermittelt. har