Ungefiltert nach draußen

Zum Bericht "Dicke Luft über dem Moseltal" (TV vom 30.September):

Die braunen Staubwolken des Moselstahlwerks resultieren meinem Wissen nach aus einer überlasteten und manipulierten Entstaubungsanlage. Konzipiert ist diese für sauberen Schrott. Tatsächlich verwendet wird schwermetallbelasteter Billigschrott (Blei, Zink, Cadmium u.a.). Die Entstaubungsanlage konnte daher von Anfang an die entstehenden Mengen an Staub nicht bewältigen und überhitzte sich ständig. Durch einen technischen Trick, nämlich dem Einziehen von Blechen in die Anlage, verhinderte man eine Überhitzung. Die Stäube, die nun von der Anlage durch diese Einschränkung nicht erfasst wurden, entwichen an den Seitenflächen unterhalb der Werksdecke überwiegend ungefiltert nach draußen. Ein ehemaliger Mitarbeiter des MSW erstattete 1995 Anzeige, da der Einzug der Bleche nicht in den Genehmigungsplänen für das Werk verzeichnet war. Im Verlauf der Ermittlungen bestätigte das Gewerbeaufsichtsamt zunächst schriftlich diesen Verstoß gegen die Betriebsgenehmigung. Kurz darauf jedoch teilte der leitende Staatsanwalt dem Kläger mit, dass er vom Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes telefonisch erfahren habe, die Sache mit den Blechen sei bekannt und somit genehmigt. Der Anwalt des Klägers riet diesem aufgrund dessen, die Klage zurückzuziehen, da er jetzt keine Chance mehr sah. Ich habe den Eindruck, hier waren entweder der Staatsanwalt oder das Gewerbeaufsichtsamt oder beide nicht ehrlich. Wie kann das Gewerbeaufsichtsamt eine solche Anlage genehmigen? Und wie kommen die Messwerte zustande, die trotz dieser eingezogenen Bleche immer wieder im grünen Bereich liegen? Die Instanz, die auf der Seite der Trierer Bürger und Arbeitnehmer des MSW steht, muss wohl erst noch gegründet werden. Oder? Sandra Trautmann, Trier