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Uni Trier: Ein neugieriger Elefant wird doch keine Kunst am Bau

Grafitti : Uni Trier: Keine Zukunft für 40 lila Elefanten

Zunächst sollten ein bis zwei Exemplare des Graffitis erhalten bleiben. Doch nun gibt es Gründe, sie zu entfernen.

Als eine Streife der Polizei Trier in der Nacht zum Freitag vor einer Woche den Urheber für die kleinen „lila Elefanten“ auf frischer Tat ertappte, hatte dieser mit seiner Schablone auf Hauswänden, Fenstern und Türen bereits eine ganze Herde der stilisierten Tiere geschaffen. Das haben die Polizisten bei den sofort aufgenommenen Ermittlungen in den folgenden Stunden festgestellt. Gegen den Urheber, es könne sich nach TV-Informationen möglicherweise auch um eine junge Frau handeln, wurden mehrere Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Noch nicht die Rede war zu diesem Zeitpunkt von den rund 40 Exemplaren, die auf Glasflächen der Gebäude auf dem wegen der Corona-Krise verwaisten Uni-Campus ihren lilafarbenen Rüssel in die Höhe recken. Vermutlich wurden die zehn mal zehn Zentimeter großen Grafittis erst in der Nacht zum Mittwoch aufgebracht, was die Polizei erneut ins Spiel brachte. Präsident Michael Jäckel reagierte auf die Elefanten zunächst mit Humor. Den Verweis auf den gleichnamigen Roman von Martin Suter packte das auch in einen Newsletter an Mitarbeiter und Studierende. „Vielleicht war es der Wunsch des fleißigen Sprayers, dass die Elefanten etwas vom Innenleben einer Universität erfahren sollten. Nur leider gibt es da aktuell kaum etwas zu sehen.“

Der Ärger von Jäckel hielt sich auch deshalb in Grenzen, weil die Tierchen allesamt auf Glasflächen von Türen prangten, was eine problemlose und schnelle Reinigung versprach. Die Idee, eines oder zwei der Elefanten-Grafittis als humorvolle Erinnerung an die besondere Situation der Universität zumindest vorübergehend zu erhalten, werde er aber nicht mehr verfolgen. Das hat der Unipräsident am Donnerstag im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund mitgeteilt. Grund dafür seien neue Hinweise auf Hintergründe der Sprühaktion, die von der Universität nicht unterstützt werden könnten. „Wir haben uns dazu entschieden, alle Elefanten zu entfernen.“

Einer der lila Elefanten auf den Türen der Universitätsgebäude. Foto: Uni Trier

Für den oder die „Künstler/in“ könnte es so oder so teuer werden. Denn auch für die Entfernung der Grafittis in der Stadt werden Kosten entstehen. Die Anzeige läuft.