Universität Trier: Forumsplatz soll vor dem Winter fertig sein
Trier · Seit Mai 2014 wird der zentrale Platz der Universität Trier saniert. Nun ist die Fertigstellung der Forumsplatte abzusehen. Das Unipräsidium hegt Pläne für weitere Bauprojekte. Deren Verwirklichung hängt aber auch davon ab, wie sich das Problem mit den üblen Gerüchen im Hochtrakt von Campus II entwickelt.
Die Steinplatten für den Oberflächenbelag des umfassend restaurierten Forumplatzes liegen bereit. Gelbe Markierungen zeigen an, wo das begehbare Kunstwerk von E.O.K Simon demnächst wieder aufgebaut werden soll. "Bis zum Beginn des Wintersemesters wird alles fertig sein", verspricht Unipräsident Michael Jäckel. Von den Fenstern seines Büros im dritten Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes kann und muss er seit Mai 2014 den zeitweise stockenden Fortgang der Arbeiten überblicken.
Lange Zeit dominierten dabei Metallstege das Bild, über die Studenten und Lehrende ihre Ziele auf dem Campus auf eher ungewohnten Wegen anpeilten. Vor allem im vergangenen Herbst herrschte scheinbar Stillstand auf der Großbaustelle. "Die Messungen der Schäden für die weiteren Ausschreibungen der Arbeiten haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als uns lieb war", sagt Jäckel. "Gemessen an der zentralen Bedeutung des Platzes für die Universität gab es aber doch nur wenige Probleme."
Das bestätigen auch Uni-Kanzlerin Ulrike Graßnick und ihr Stellvertreter Thomas Künzel. "Die beauftragte Firma war sehr zuverlässig. Wir mussten keine Veranstaltung wegen der Baustelle verlegen."
Bauherr ist der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). Vor allem die rostende Armierung des Stahlbetons und der chaotische Wasserabfluss hatten die 2,5 Millionen Euro teure Sanierung notwendig gemacht. Wenn der Platz im Oktober fertig ist, werden auch Rollstuhlfahrer keine Probleme mehr haben, weil dann das einst kleinteilige Pflaster durch größere Platten ersetzt wurde. "Das ist ein echtes Vorzeigeprojekt", freut sich Michael Jäckel.
Der Unipräsident erblickt durch die Fenster seines Büros auch das markante Uni-Hochhaus von Campus II auf dem einige Hundert Meter entfernten Petrisberg. Das die Probleme dort bis zum Beginn des Wintersemesters abgestellt sein werden, kann er nur hoffen. Wegen wiederkehrender übler Gerüche dort haben Mitarbeiter seit 2009 immer wieder über Kopfschmerzen, Hautreizungen und Unwohlsein geklagt . Nun hat der Personalrat der Universität eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Finanzministerium gestellt (volksfreund.de berichtete).
Am Donnerstag beginnt um 9 Uhr eine Informationsveranstaltung dazu in der ehemaligen Kapelle des Gebäudes, in dem für eine Übergangszeit von mehreren Monaten auch das Präsidium der Universität tagen will (siehe Extra). Ausgerechnet im siebten Stock, wo bislang am häufigsten über die Gerüche geklagt wurde.
Grund für den Umzug: Von Mitte August bis Anfang 2016 soll im Verwaltungsgebäude der gesamte Bereich Senatssaal umgestaltet werden. "Wir machen das nach Rücksprache mit dem LBB in Eigenregie", sagt Präsident Jäckel.
Es wird eine weitere Großbaustelle auf dem Campus, wo seit Monaten reichlich Handwerker unterwegs sind. So werden im ehrwürdigen A/B-Gebäude aus dem Jahr 1975 Trinkwasser- und Abwasserleitungen sowie die sanitären Anlagen saniert. In einem zweigeschossigen Erweiterungsbau am Gebäude D entstehen 13 Büros und zwei EDV-Labore für das Fach Psychologie und das Leibniz-Zentrum für Psychologische Informationen und Dokumentationen (ZPID). Es soll Anfang 2016 fertig sein.
Schon zum Beginn des Wintersemesters können voraussichtlich die 84 Appartements des Projektes Enercase bezogen werden, die das Studierendenwerk nur einen Steinwurf entfernt baut. In den Kostenberechnungen von Vizekanzler und Chefcontroller Thomas Künzel spielt dieses innovative Modulbauwerk allerdings keine Rolle. Denn dann müsste seine Antwort auf die Frage nach den Gesamtbauinvestitionen der Universität Trier - "es ist keine zweistellige Millionensumme" - um sechs Millionen Euro nach oben korrigiert werden.
Extra: Infoveranstaltung
Zu der ungeklärten Geruchsbelästigung im Hochtrakt von Campus II auf dem Petrisberg findet am Donnerstag von 9 bis 10 Uhr eine Informationsveranstaltung für alle Mitarbeiter und Studenten statt. Unipräsident Michael Jäckel sowie Vertreter des Landesbetriebs LBB und des Finanzministeriums und des Personalrates werden im Raum K101 (ehemalige Kapelle) auf Campus II ausführlich zu den bisherigen Erkenntnissen und Maßnahmen berichten. r.n.