Unmut über Ehranger Bahnhof: Warten ohne Sitzgelegenheit

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Wartende Fahrgäste müssen auf dem  Umsteigebahnhof Trier-Ehrang Standfestigkeit beweisen. Nicht nur  Ältere empfinden das als Zumutung.

Wer auf dem Ehranger Bahnhof auf einen Zug wartet, der muss Standhaftigkeit beweisen. Bänke auf beiden Bahnsteigen? Fehlanzeige. Das alte Empfangsgebäude dahinter an der Ehranger Straße  ist schon lange geschlossen, die einstige Bahnhofsgaststätte gehört zur Ehranger Geschichte. Dabei handelt es sich hier auch noch um einen Umsteigebahnhof, an dem die Eifelstrecke von der Hauptstrecke Trier-Koblenz abzweigt und täglich Reisende auf den Anschlusszug warten müssen.

So auch unser Leser Hermann Christmann, der wie folgt berichtet: „Gestern fuhr ich mit dem Zug von Speicher nach Bullay und zurück, wozu man in Ehrang umsteigen muss. Die Umsteigezeit beträgt 30 Minuten. Aber auf keinem der Bahnsteige sind Sitzgelegenheiten vorhanden.” Er habe schon mehrfach gesehen, dass sich Fahrgäste einfach auf den Boden gesetzt hätten. Der Leser weiter: „Bei der Rückfahrt stieg ein älterer Mann in Schweich zu, der dort seine Frau im Altenheim besucht hatte. Der Fahrgast wohnt in Kordel, und auch er musste die halbe Stunde Wartezeit im Stehen verbringen.”

Warum werden Reisende in Ehrang zum Stehen gezwungen? Sorgt sich die Bahn um die Fitness ihrer Kunden und verordnet ihnen etwas sportliche Belastung?   Auf eine TV-Anfrage bei der Pressestelle der Bahn AG in Frankfurt  antwortet Sprecherin Julia Katzenbach-Trosch: „Dieser Zustand ist in der Tat ärgerlich. Wir würden unseren Kunden dort gerne Sitzgelegenheiten anbieten.  Aber wir haben gerade auf dem Bahnhof Ehrang ein ständiges Problem mit Vandalismus.” Die Bänke dort seien wiederholt neu installiert und dann in kurzer Zeit von Unbekannten demoliert worden. Eine Schraube ohne Ende. Katzenbach-Trosch: „Dabei ist es doch unser Hauptinteresse, die Anlagen in Ordnung zu halten. Aber derzeit sehen wir keine andere Lösung, als auf die Bänke zu verzichten.”

Abschließend verweist die Bahnsprecherin auf die auf den Bahnsteigen angebrachten Hinweistafeln mit der Rufnummer der zuständigen 3-S-Zentrale. Über sie könnten Reisende die Zentrale auf Missstände auf den Bahnanlagen informieren.

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