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Unruhige Zeiten im Aacher Weg

Unruhige Zeiten im Aacher Weg

Ein TV-Leser beschwert sich über Raser auf Schleichwegen bei Biewer. Die Sperrung der B 51 verschlimmert das Problem.

Noch hat sich nichts geändert in den Trierer Stadtteilen: Vor allem in Biewer wird seit Jahren über die zu hohe Geschwindigkeit der Autofahrer innerorts diskutiert. Durch die Sperrung der Bergaufspur der B 51 (Bitburger Straße) bis kommenden Montag hat sich das Verkehrsaufkommen zudem erhöht.

Der Fall TV-Leser Gerhard Reichard wohnt im beschaulichen Waldstück zwischen Biewer und Aach (Aacher Weg 59A, siehe Grafik). Schon lange klagt er über zu schnellen Verkehr auf der mit einigen Häusern besiedelten Strecke - seiner Meinung nach ohne Gehör zu finden. Im Zuge der derzeitigen B-51-Sperrung seien Raser auf der Ausweichstrecke zwischen Aach und Biewer noch regelmäßiger anzutreffen.

Die Strecke über den Aacher Weg (Kreisstraße 5) bietet eine Abkürzung im Gegensatz zur offiziellen Umleitung über Trier-Ehrang (B 53 und B 52/A 64) und ist für Fahrzeuge unter zwölf Tonnen frei zugänglich. Was Reichard und andere Anwohner stört, ist jedoch nicht der Verkehr selbst, sondern die Art und Weise. Seit 37 Jahren wohnt er dort und beobachtet: "Die Leute werden rücksichtsloser und werden sogar aggressiv, wenn sie bremsen müssen."

Gerade Kinder aus der Nachbarschaft oder Biewer hätten Probleme, den Weg mit dem Fahrrad zu nutzen. Die Strecke verfügt tatsächlich weder über einen Geh- noch über einen Radweg. Ein Waldweg, der zum Dorf führt, könne nur bei trockenem Wetter genutzt werden. Aber auch er selbst habe auf dem Weg zu seinem Garten schon mehrmals einen Sprung in die Wiese machen müssen, als Autos ihn fast streiften, ärgert sich Reichard. Die Recherche Eine Reihe von Häusern im Aacher Weg liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft Biewer. Für direkte Geschwindigkeitskontrollen sei deshalb nicht die Stadt Trier zuständig, erklärt Pressesprecher Michael Schmitz. Sie könne lediglich innerhalb der Ortschaft messen.

Es gilt die ausgeschilderte Tempo-50-Regelung, an die sich laut Reichard aber eben keiner hält. Die Autos seien teils sogar mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Die zuständige Polizeiinspektion in Schweich erklärt auf TV-Anfrage, dass dieses Jahr lediglich ein Mal die Geschwindigkeit kontrolliert wurde: "Im April gab es innerhalb von zwei Stunden aber auch nur sechs Beanstandungen."
Es kämen viele Anfragen und sie müssten versuchen, die Messung gerecht zu verteilen - auch ein Personalproblem, meint die Polizeiinspektion. Man müsse die Sorgen aber schon ernst nehmen, und die Polizei reagiere bei Meldungen auch. Eine Problemstelle für Unfälle sei der Aacher Weg jedoch nicht.

Die Reaktion Gerhard Reichard ist nicht überrascht. Er hatte vor Monaten schon mehrmals Polizei und Ordnungsamt kontaktiert, mittlerweile aber aufgegeben.
Dass die Geschwindigkeitskontrollen nicht funktionierten, liege daran, dass sich die Autofahrer rechtzeitig gegenseitig warnten. So auch bei der jüngsten Kontrolle in dieser Woche, als die Polizei laut Reichard ein Laserradar einsetzte, sich aber mit einem Streifenwagen daneben postierte und dadurch die Kontrolle von weithin sichtbar machte.

Biewers Ortsvorsteher Andreas Kratz meint, zumindest die Verkehrssituation innerorts habe sich verbessert, seit die Stadt die Kontrollen übernommen habe. Eine Lösung hat auch Reichard nicht parat. Eine Verkehrsberuhigung würde seiner Meinung nach helfen oder aber letztendlich ein Mentalitätswandel und mehr Rücksichtnahme, wenn die Menschen darüber lesen.