"Uns stinkt es"

TRIER-TARFORST. (cofi) Rote Fähnchen und Hundehaufen aus Pappmaché markieren den Weg rund um die Kindertagesstätte Trimmelter Hof. "Uns stinkt es", steht auf den Wimpeln geschrieben. Kinder, Eltern und Erzieher fordern mit einem Aktionstag Hundehalter, die organischen Hinterlassenschaften der Vierbeiner rund um die Kita zu entfernen.

Weinend läuft ein Kind zu einer Erzieherin. "Ich bin gerade in Hundekacke getreten", schluchzt die kleine Svenja. "Die Krippenkinder haben sich oft beschwert, dass sie immer in Hundehaufen treten. Manchmal greifen sie auch mit den Händen hinein. Wir finden das ganz schön blöd", sagen Lara Shehada (8) und Jana Barth (8). "Im Flur hinterlässt das eklige Flecken, und es stinkt fürchterlich", fügt Wanda Reichmann (9) hinzu. Die Mädchen besuchen den Hort der Kindertagesstätte Trimmelter Hof und ärgern sich seit langem darüber, dass Hundehalter achtlos die Hinterlassenschaffen von Bello, Waldi und Co. rund um das Kita-Gelände und auf dem Spielplatz zurücklassen. Der Hausmeister habe erst vor ein paar Tagen wieder rund 50 Verdauungsprodukte der Vierbeiner rund um die Einrichtung gezählt. "Allein auf dem kurzen Weg von der Bushaltestelle bis zur Kita haben wir heute morgen 30 Plätze entdeckt", sagt Erzieherin Carola Ewerhardy. Der Elternausschuss habe die täglichen Beschwerden aufgegriffen und die Idee für einen Aktionstag entwickelt, erklärt die Vorsitzende Andrea Mohr. Während der vergangenen vier Wochen haben sich Kinder, Erzieher und Eltern intensiv mit dem Problem beschäftigt, das nicht nur belästigend ist, sondern durch Keime auch Gefahren birgt. "Kinder sind die besten Botschafter, um dieses Thema zu transportieren", lobt Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch die vorbildhafte und bisher einmalige Aktion der Kita. Stadt und Straßenreinigung stellten den Kindern Umweltschutzpäckchen zur Verfügung, die sie an vorbeispazierende Tierfreunde verteilten. Sie beinhalten eine Papiertüte und einen Schieber, mit dem die Hinterlassenschaft hygienisch entfernt werden kann. Häufig sei es Hundehaltern nicht bewusst, dass die Tiere nichts auf Spielplätzen und Grünflächen zu suchen hätten, sagt Roman Schmitz vom Kriminalpräventiven Rat. Außerdem handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von mindestens 15 Euro geahndet werden kann, wenn der Besitzer nicht für die anschließende Säuberung Sorge trage. "Aber uns fehlt es an Personal, das wirklich durchgängig zu kontrollieren. Wir setzen eher darauf, mit Aktionen und Kampagnen eine Bewusstseinsänderung bei Hundehaltern zu bewirken", erklärt Schmitz. Auch für die Teams der Straßenreinigung, gleich ob mit Kehrmaschine oder Besen, sei es eine unangenehme Tätigkeit, die tierischen Hinterlassenschaften entfernen zu müssen, sagt Helmut Müller, Leiter des Amtes für Stadtreinigung. "Es fühlt sich schon etwas doof an, die Leute mit Hunden anzusprechen, aber zusammen haben wir da mehr Mut", sagt Wanda Reichmann. "Wir wünschen uns, dass die Leute die Hunde nicht im Umkreis von unserem Kindergarten Gassi führen und dass sie die Hundehaufen selbst weg machen, auch wenn die meisten sich davor ekeln", appelliert Jana Barth an die Vernunft der Hundeliebhaber.

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