"Unser Dorf hat Zukunft": Aach und weitere acht Gemeinden wetteifern im Kreis

"Unser Dorf hat Zukunft": Aach und weitere acht Gemeinden wetteifern im Kreis

Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat 2012 Auftrieb bekommen. Während 2011 nur drei Gemeinden im Kreis Trier-Saarburg teilgenommen haben, sind es dieses Jahr neun. Aus den Verbandsgemeinden Schweich und Konz sind keine Orte vertreten.

Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg hat intensiv für den Wettbewerb geworben. Nun ringen neun Teilnehmer um den Sieg bei der 51. Ausgabe und die Teilnahme am Gebiets-, Landes- oder gar Bundesentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft".
2011 war noch vom Ende des Wettbewerbs die Rede. Denn es fanden sich nur drei Teilnehmer im Kreis - laut Thomas Müller, Sprecher der Trier-Saarburger Kreisverwaltung, der "krasseste Ausrutscher nach unten". Sonst hätten immer etwa zehn Gemeinden im Kreis teilgenommen - mal mehr, mal weniger. 2012 hat sich die Situation dementsprechend wieder normalisiert.
Diesen Eindruck spiegeln auch die Zahlen auf Landesebene wider. Waren es 2011 noch 215 Teilnehmer sind es dieses Jahr 263. Aus der Region Trier kommen 33 Bewerbungen - neben den neun aus dem Kreis Trier-Saarburg, fünf aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich, zehn aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und neun aus dem Vulkaneifelkreis. Da der Bundeswettbewerb nur alle zwei Jahre anstehe, müssten die beiden Jahre 2011/2012 im Zusammenhang gesehen werden, sagt Joachim Winkler, Sprecher des Infrastrukturministeriums in der Landeshauptstadt Mainz. "Insgesamt lässt sich sagen, dass es keinen vergleichbaren Wettbewerb gibt, der landesweit eine ähnlich starke Beteiligung aufweist", führt er weiter aus. Der Trend bei der Anzahl der Teilnehmer sei in Rheinland-Pfalz ziemlich gleichmäßig.
"Wir haben nachhaltig geworben", meint Kreissprecher Müller auf die Frage, warum es dieses Jahr wieder mehr Teilnehmer als 2011 gebe. Er verweist auf Schreiben an alle Gemeinden und auf einen Aufruf in den Kreisnachrichten.
Die fachliche Beratung der Wettbewerbskommission hält Müller für sehr ergiebig. "Inzwischen ist das kein Schönheitswettbewerb mehr", sagt er. Im Wettbewerb, der bis 2005 noch unter dem Titel "Unser Dorf soll schöner werden" lief, geht es mittlerweile um Infrastruktur, bürgerschaftliches Engagement und Entwicklungspotenziale. Müller ist überzeugt, dass sich die Teilnahme auszahlt.
Die Begehungen in den Dörfern sind von Mittwoch, 2. Mai, bis Freitag, 4. Mai, geplant (siehe Extra). Alle Gemeindeoberhäupter erwarten Tipps für die Dorfentwicklung von der Jury.
Mit fünf Gemeinden stellt die Verbandsgemeinde Konz das größte Kontigent im Kreis. Aus den Verbandsgemeinden Schweich und Ruwer hat sich keine Gemeinde angemeldet. "Ein Bündel von Gründen" macht Bernhard Busch, Bürgermeister der VG Ruwer, dafür verantwortlich (siehe Extra).
Aus der Verbandsgemeinde Trier-Land ist mit Aach eine Gemeinde vertreten. "Die Teilnahme ist ein Mosaikstein in der Linie, die wir mit dem Bürgerverein Aacher Dorfgemeinschaft verfolgen", sagt Beigeordnete Christel Krein. Es gehe darum, den Ort auf Dauer lebenswert zu gestalten. Dazu müssten alle - Bürger, Vereine und die Gemeinde - ihren Beitrag leisten. Und der Dorfwettbewerb biete die Möglichkeit, von Experten zu profitieren und sich auszutauschen.

Extra Wettbewerb
Bewertung: Pluspunkte bringen nicht nur Fortschritte bei der Schaffung einer dorfgerechten Infrastruktur, es soll auch deutlich werden, welche Ziele sich die Bevölkerung gesetzt hat und was getan wird, um diese zu erreichen.
Die Maximalpunktzahl beträgt 100 Punkte, es gibt fünf Hauptbewertungskriterien: Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen (bis zu 25 Punkte), bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten (bis zu 25 Punkte), Baugestaltung und -entwicklung (bis zu 20 Punkte), Grüngestaltung und -entwicklung (bis zu 15 Punkte), das Dorf in der Landschaft (bis zu 15 Punkte).
Prämien: Jeder Kreissieger, der sich in Haupt- und Sonderklasse für den Gebietsentscheid qualifiziert, erhält 300 Euro. Alle, die es als Gebietssieger bis zum Landesentscheid schaffen, bekommen 400 Euro. Die Preise für die Landessieger sind gestaffelt von 1800 Euro bis 800 Euro. Die Prämien müssen für Zwecke der Dorfentwicklung verwendet werden.
Teilnahme am Bundeswettbewerb 2013:
Die Sieger der Landeswettbewerbe 2011 und 2012 dürfen 2013 am 24. Bundeswettbewerb teilnehmen. alf/cmk

Extra Begehungen
Die Jury für "Unser Dorf hat Zukunft" besucht die teilnehmenden Orte zwischen Mittwoch und Freitag, 2. bis 4. Mai. Die Begehungen dauern jeweils anderthalb Stunden. Alle Bürger sind eingeladen.
Mittwochs ist die Jury nur in der Verbandsgemeinde Konz unterwegs: Wiltingen (8.30 Uhr, Treffpunkt Bürgerhaus), Filzen/Hamm (10.30 Uhr, Bürgerhaus) und Konzer Tälchen (14.45 Uhr, Treffpunkt Ölmühle in Niedermennig).
Am Donnerstag fährt die Kommission in die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg: Termine sind dort in Wawern (8.30 Uhr, Bürgerhaus), Mannebach (10.15 Uhr, Parkplatz Brauhaus), Onsdorf (13.30 Uhr, Bürgerhaus) und Fisch (15.15 Uhr, Bürgerhaus).
Freitag sind abschließend Schillingen (VG Kell am See, 8.30 Uhr, Bürgerhaus) und Aach (VG Trier Land, 11 Uhr, Bürgerhaus) an der Reihe. cmk

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