Hilfsbereitschaft Verbandsgemeinden und Stadt Trier suchen weiter Unterkünfte für ukrainische Flüchtlinge

Trier · Niemand kann genau sagen, wie viele Menschen aus der Ukraine in Trier und im Trierer Land Schutz suchen werden. Mitwohnangebote sind deshalb weiter willkommen. Doch im Kreis geht man einen anderen Weg als in der Stadt.

 Der Strom de Flüchtenden reißt nicht ab. Viele finden eine bleibe in Polen. Doch inzwischen sind schon die ersten Ukrainer in der Region Trier angekommen.

Der Strom de Flüchtenden reißt nicht ab. Viele finden eine bleibe in Polen. Doch inzwischen sind schon die ersten Ukrainer in der Region Trier angekommen.

Foto: dpa/Sergei Grits

Trier Simone Kaes-Torchiani geht es nicht ums Geld. Wie so viele anderen Menschen. Sie möchte angesichts der Kriegs in der Ukraine helfen. Sie möchte Menschen helfen, die den Bomben und Raketen der russischen Armee entfliehen konnten und die nun eine Bleibe suchen. „Ich habe zwar keine freie Wohnung, die ich anbieten kann“, sagt die Triererin. Sie habe jedoch ein Zimmer, dass sie zur Verfügung stellen kann. Die Stadtverwaltung Trier hat auf ihrer Webseite ein Formular eingestellt, auf der sich Menschen melden können, die Wohnraum anbieten. Seien es Wohnungen, seien es Zimmer. Sei es, dass man für den Wohnraum  etwas haben möchte, sei es, dass man den Wohnraum kostenlos zur Verfügung stellen möchte. Auf der Seite heißt es einfach: „Falls Sie Wohnraum in Form von leer stehenden Wohnungen (z.B. Einliegerwohnungen, Ferienwohnungen) oder Mitwohngelegenheiten (also ein oder mehrere freie Zimmer in ihrer Wohnung/Ihrem Haus) anbieten wollen, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.“

Kaes-Torchiani hat das Kontatkformular ausgefüllt.  „Kurze Zeit hat mich auch schon jemand von der Stadtverwaltung angerufen“, sagt sie. Eingezogen ist zwar bisher noch niemand. Doch wenn es dann soweit sei, werde das schon klappen, ist Kaes-Torchiani sicher. „Ich kann doch da nicht einfach zusehen“,  sagt sie.

Zahlreiche Mitwohnangebote eingegangen

So wie der Triererin geht es offensichtlich vielen anderen Menschen. „Mehr als 100 Wohnungen, Häuser und Mitwohngelegenheiten sind gemeldet worden, es gehen täglich noch weitere ein“, sagt Michael Schmitz, Sprecher der Stadtverwaltung Trier. So wie andere Pressesprecher auch kann er  keine absolut genauen Zahlen nennen. Denn ständig gibt es weitere Angebote.

In Trier  setzt man gezielt aufs Mitwohnen. Also das Aufnehmen von Geflüchteten im eigenen Haushalt.  „Unter den Angeboten, die bei uns eingegangen sind, gab es zahlreiche solcher Mitwohnangebote, mehrere Dutzend.“ Diese Mitwohnmöglichkeiten werden auch genutzt. Es gebe viele Menschen, die jetzt schon Flüchtlinge aufgenommen haben – auf privaten Wegen. Davon hätten sich einige bei der Verwaltung gemeldet, weil das in deren Wohnung oder Haus zwar kurzfristig ging, aber nicht dauerhaft. Schmitz „Mehr als 20 Personen wurden daraufhin schon vermittelt in Wohnungen oder Mitwohngelegenheiten, die uns andere Triererinnen und Trierer angeboten haben“. Diese Vermittlung von privat zu privat laufe im Amt für Soziales und Wohnen jetzt mehrfach am Tag.

Offiziell nur Wohnungen gesucht - doch auch Zimmer werden angeboten

Im Landkreis läuft die Sache etwas anders. Auf der Homepage der Kreisverwaltung Trier-Saarburg  geht es vor allem darum, dass Wohnungen gesucht werden. „Die Wohnungen sollten kurzfristig und dauerhaft nutzbar sein, möbliert und nicht von Dritten mitgenutzt werden“, heißt es auf der Homepage des Landkreises.  Also eben keine Mitwohngelegenheiten. Thomas Müller erklärt diese Vorgehensweise damit, dass es derzeit nur möglich sei für eine Unterkunft zu zahlen, wenn diese nur von den Schutzsuchenden genutzt werde.

Auch wenn offiziell vor allem Wohnungen gesucht werden, gibt es trotzdem noch andere Angebote. Davon berichtet beispielsweise Wolfgang Deutsch, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung Schweich. „Da ist alles dabei. Vom Zimmer bis zur Wohnung“, sagt er.

So wie in den anderen Verbandsgemeinden gibt es sowohl eine E-Mail-Adresse für Hilfsangebote als auch eine Telefonnummer, an die sich Menschen wenden können. Zum Zeitpunkt des Gesprächs gab es in der VG Schweich Platz in Wohnungen für 100 Menschen. Diese Zahl liegt inzwischen vermutlich höher. 

Erst einmal würden die Wohnungen belegt, sagt Deutsch. Wenn das irgendwann nicht mehr ausreiche, werde man wohl auch auf die Angebote freier Zimmer in bestehenden Wohnungen zurückkommen. Zuvor würden sich – das haben auch die anderen Verbandsgemeindeverwaltungen und die Stadtverwaltung Trier vor – Mitarbeiter der Verwaltung die Unterkünfte ansehen.

Die Überlegungen gehen offensichtlich weiter. So berichtet Pressesprecherin Susanne Nenno (Verbandsgemeinde Konz) davon, dass ständig neue Angebote für Unterkünfte eingehen. Platz für 100 Menschen in Wohnungen gebe es aktuell.  Auch in Konz würden zudem Angebote für Mitwohngelegenheiten notiert. Es werde zudem auch überlegt, wie zusätzlicher Platz geschaffen werden kann, wenn die angebotenen Unterkünfte von Bürgern nicht ausreichten. Es werde alles dafür getan, damit jeder eine Unterkunft finde.

In den fünf Aufnahmeeinrichtungen des Landes soll Platz für bis zu 7800 Menschen entstehen. Derzeit sind es 3800.  Nach Ansicht der Landesregierung wird das nicht reichen, um als Menschen aus der Ukraine unterzubringen.  Inzwischen sind mehr als zwei Millionen Ukrainer aus ihrem Heimat geflohen. 

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