Unterwegs zu den Abfallresten

29 Schülerinnen des Angela Merici Gymnasiums (AMG) haben ihren Wandertag dazu genutzt, die Mülldeponie in Mertesdorf zu besuchen.

Im Leitstand der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage erklärt Thomas Palzer den Schülerinnen die Prozesssteuerung. Foto: A.R.T.

Trier/Mertesdorf. (red) Die Mädchen der 6a des Bischöflichen Gymnasiums hatten sich das Ziel des Wandertags selbst ausgesucht. Sie besichtigten mit Klassenlehrerin Edda Olk-Schmitt, Religionslehrer Herrmann-Josef Esser und Mittelstufenleiter Jürgen Bonertz das Entsorgungs- und Verwertungszentrum (EVZ) Mertesdorf, zu dem auch die Deponie gehört.

"Wohin kommt unser Abfall aus der Mülltonne", fragt Anne-Marie, als sie auf einem 25 Meter hohen, abgedeckten alten Müllberg steht. Elisabeth Hill, Sprecherin des Abfall-Zweckverbandes A.R.T., erklärt, dass der Hausmüll seit Juni 2005 vorbehandelt werden muss. Deshalb wurde auf dem Gelände die mechanisch-biologische Trocknungsanlage gebaut. Ein Abstecher in den Leitstand der Anlage ruft großes Erstaunen hervor. Die Mädchen erfahren, dass Bakterien während der sieben- bis zehntägigen Rottephase die Abfälle aus der Küche abbauen. Dadurch entsteht Wärme, der Müll wird getrocknet und verliert bis zu 35 Prozent seines Ausgangsgewichts. Der getrocknete Abfall wird als Brennstoff in industriellen Heizkraftwerken eingesetzt. "Ich hätte nie gedacht, dass die Rottehalle so groß ist", staunt Teresa, und Sofie ist begeistert, dass Mikroorganismen den Abfall trocknen. Katrin kann sich das aber gut vorstellen, hat sie doch selbst spüren können, wie warm es sich in den Kompostbergen anfühlte. Für Lina, Chiara und Marah ist es angesichts der Technik nicht nachvollziehbar, dass der Abfall bis 2005 bergeweise in Deponien abgelagert und nicht besser genutzt wurde.

Zum Abschluss stellen die Schülerinnen bei einem Sortier-Staffellauf unter Beweis, wie schnell sie den täglich anfallenden Abfall sortieren können. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sie wissen genau, was in die Mülltonne, den Gelben Sack oder die Blaue Tonne gehört und dass es am besten ist, wenn möglichst wenig Abfall in die Mülltonne gelangt.