"Unverzichtbarer Dienst für die Gesellschaft"

"Unverzichtbarer Dienst für die Gesellschaft"

Mit einem Gottesdienst im Trier er Dom hat die katholische Friedensbewegung Pax Christi im Bistum Trier an die Gründung der deutschen Sektion der Bewegung vor 60 Jahren erinnert.

Trier. (red) In seiner Predigt während des Jubiläums-Gottesdienstes forderte Helmut Gammel, geistlicher Beirat von Pax Christi im Bistum Trier, Christen zur "Vergebung und Vergebungsbereitschaft" auf. "Pax Christi leistet einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Dienst", würdigte er die Verdienste der Friedensbewegung.

Er erinnerte an die Anfänge der Friedensbewegung Pax Christi, die auf die Initiative des Bischofs von Lourdes, Pierre Marie Théas, nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen sei. Dieser habe darauf bestanden, "dass Feindesliebe die einzige Möglichkeit ist, Vergeltung und Gewalt zu überwinden".

Zusammen mit 40 anderen französischen Bischöfen habe Théas im Frühjahr 1945 einen Aufruf zu einem "Gebetskreuzzug" für die Versöhnung mit Deutschland und den Frieden in der Welt unterschrieben. "Das war die Geburtsstunde von Pax Christi", erklärte Gammel. 1948 sei die Bewegung schließlich auch in Deutschland gegründet worden.

Im Rahmen einer anschließenden Begegnung, an der unter anderem Johannes Schnettler, Vizepräsident von Pax Christi Deutschland, und der Trierer Dompropst Werner Rössel teilnahmen, stellte Mario Andruet, Künstler und Pax-Christi-Mitglied, seinen Friedenskalender vor. "Wir haben Leute gefragt, was ihnen zum Thema Frieden einfällt, und daraus ist dann ein Begleiter durch das Jahr entstanden", erklärte Andruit.

Der Jubiläums-Gottesdienst fand im Rahmen der jährlichen Bistumsversammlung von Pax Christi statt. Hier sprach der afghanisch-stämmige Politologe Matin Baraki in der Villa Reverchon in Trier über das Thema "Frieden für Afghanistan". "Die Menschen in Afghanistan wünschen sich nichts Sehnlicheres als Frieden", betonte Baraki.

Die Teilnehmer diskutierten anschließend über die Rolle Deutschlands in diesem Konflikt: "Wir haben die Pflicht, unseren Politikern klarzumachen, dass wir den Krieg in Afghanistan nicht wollen und dass wir in Deutschland und in Europa nicht länger Instrumente der USA sein wollen", fasste am Ende Heribert Böttcher zusammen. Er ist Vorstandsvorsitzender des Ökumenischen Netzes Rhein-Mosel-Saar und Mitglied der Pax-Christi-Kommission "Globalisierung und Weltwirtschaft".

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