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(Update) 120 Zimmer: Trier bekommt ein neues Hotel hinterm Bahnhof

(Update) 120 Zimmer: Trier bekommt ein neues Hotel hinterm Bahnhof

In Trier wird ein neues Hotel gebaut. Es entsteht in der Güterstraße in Trier-Ost und soll einmal 120 Zimmer haben. Dahinter steckt ein Bauunternehmer aus der Region. Der Hotelneubau löst aber nicht überall nur Freude aus.

Zuwachs für Triers Hotellerie: In der Güterstraße entsteht ab April ein neuer Beherbergungsbetrieb mit 120 Zimmern. Die MR Hotel Trier GmbH, eine Projektgesellschaft des Bauunternehmens Matthias Ruppert (Esch, Kreis Bernkastel-Wittlich), baut den viergeschossigen Komplex. Pächter und Betreiber ist die B&B-Hotels GmbH aus dem hessischen Hochheim. Investitionssumme: sieben Millionen Euro.
Stephan Ruppert, Geschäftsführer des Bauunternehmens, ist sich sicher: "Wir stoßen in eine Marktlücke." Ein Markenhotel im Preiswert-Segment gebe es "in dieser Form noch nicht". Die B&B-Kette, die mit dem Slogan "Günstig übernachten mit allen Extras und ohne viel Schnickschnack" wirbt, betreibt 370 Hotels in Europa, davon 250 in Frankreich und 90 in Deutschland. Trier war laut B&B-Geschäftsführer Max C. Luscher ein Wunschstandort ("auch wegen der Nähe zu Luxemburg") und mit dem Escher Bauunternehmen ein geeigneter Partner offenbar schnell gefunden. Ruppert hat in Trier das Ibis-Styles-Hotel im Posthof am Kornmarkt realisiert und Schroeders Appartement-Hotel auf dem Petrisberg gebaut. Auch das Hotel Maximilian in Landau steht auf der Ruppert-Referenzliste.
Das Trierer B&B entsteht auf einer Brache auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände, die der Firma Ruppert schon länger gehört und zuletzt von ihr als Bauhof genutzt wurde. Die Rohbauarbeiten sollen im April beginnen; die Fertigstellung des Hotels ist für Anfang 2018 geplant.

Trügerische Nähe

Die von Bauherr und Betreiber angepriesene "Nähe zum Hauptbahnhof" ist allerdings trügerisch. Die Luftlinien-Entfernung zu den Bahnsteigen beträgt zwar nur wenige Meter, aber der legale Weg dorthin führt über Schönborn- und Kürenzer Straße oder Gartenfeldstraße und Ostallee - jeweils eine Strecke von mehr als einem Kilometer.
Der Trierer Hotelszene dürfte das neue Haus der gehobenen Zwei-Sterne-Kategorie gut tun. 120 Zimmer - das bedeutet ein Plus von 240 Betten, womit Trier (derzeit 4800 Hotelbetten) erstmals die 5000er-Marke knackt. Deutschlands älteste Stadt verbuchte 2016 erstmals seit 2007, dem Jahr der Konstantin-Ausstellung, wieder 800?000 Übernachtungen. Das Übernachtungsplus von 2,7 Prozent gegenüber 2015 dürfte vor allem auf die zugkräftige Nero-Ausstellung zurückzuführen sein.
Für 2018 steht der nächste große Besucheransturm an, ausgelöst durch die Großausstellung zum 200. Geburtstag von Karl Marx.

Ortsvorsteher nicht begeistert

Der Hotelneubau löst aber nicht nur Freude aus. Bernd Michels, Ortsvorsteher des Stadtteils Kürenz, beispielsweise ist "gelinde gesagt, sehr verwundert". Grund: Er habe erst durch Zufall von dem Vorhaben erfahren, das die Stadt genehmigt habe, "ohne die Gremien zu informieren oder zu beteiligen", was im konkreten Fall laut Baugesetz zwar möglich, für Michels aber ein "informationspolitisches Unding" ist. Auf Betreiben des CDU-Politikers soll die Verwaltung in der Sitzung des Baudezernatsausschusses am Mittwoch um 17 Uhr im Ratssaal zum Projekt Stellung nehmen.

Ausführlicher Bericht folgt später auf volksfreund.de