(Update) Unbekannte stehlen sieben Sportwagen aus Porsche-Zentrum Trier - Wie die Täter vermutlich vorgegangen sind

(Update) Unbekannte stehlen sieben Sportwagen aus Porsche-Zentrum Trier - Wie die Täter vermutlich vorgegangen sind

Es ist einer der größten Autodiebstähle aller Zeiten in der Region Trier mit mehreren Hunderttausend Euro Schaden: Unbekannte haben nach bisherigen Ermittlungen der Polizei in der Nacht zum Sonntag sieben Porsche vom Firmengelände des Markenhändlers in Trier-Nord gestohlen. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur - die Polizei sucht Zeugen.

"Einen Diebstahl, bei dem so viele Autos bei einem Händler gestohlen wurden, hatten wir bislang noch nicht", heißt es am Dienstag bei der Polizei Trier zunächst. Tatsächlich wurden vor zwölf Jahren in Trier schon einmal sieben Fahrzeuge auf einen Streich gestohlen (siehe Chronik). Den Vorfall vom Wochenende gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen erst am Dienstag bekannt.

Der Einbruch: Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren es professionelle Kriminelle, die den Beutezug im Porsche Zentrum Trier in der Rudolf-Diesel-Straße von langer Hand geplant hatten. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei brachen sie zunächst ins Betriebsgebäude ein und entwendeten dort Fahrzeugschlüssel. Aus der Werkstatt und vom Außengelände fehlen sieben hochwertige Sportwagen und fünf Autokennzeichensätze, die teilweise von Autos abmontiert worden seien.
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Die Beute: Der Wert der gestohlenen Autos liegt laut Polizei im mittleren sechsstelligen Bereich, das heißt bei etwa einer halben Million Euro. Beispiel: Der Grundpreis des SUV-Modells Porsche Macan Turbo liegt bei 84.000 Euro. Je nach Ausstattung kann der Wert auf mehr als 100.000 Euro steigen. Grundpreis eines neuen 911 Cabrio: 110.000 Euro.
Bei den gestohlenen Fahrzeugen handelt es sich um ein schwarzes Porsche 911 Cabrio, ein weißes 911 C4 Coupé, einen schwarzen und einen blauen Porsche Macan Turbo, einen grauen Macan S Diesel sowie einen grauen und einen schwarzen Porsche Cayenne S Diesel.
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Die Flucht: Unklar ist bisher, wie die Fahrzeuge abtransportiert wurden. Grundsätzlich möglich ist ein Abtransport mit LKW oder auf Anhängern. Da die Täter die Schlüssel gefunden hatten, könnten sie die Fahrzeuge aber auch vom Gelände gefahren haben, um bewusst weniger auffällig zu agieren. Zu einer solchen Taktik passt auch der Diebstahl der Nummernschilder. Sie wurden möglicherweise an die gestohlenen Fahrzeuge montiert, um im Straßenverkehr nicht aufzufallen.
Drei Nummernschilder tragen die für Vorführwagen übliche Buchstabenkombination TR-PZ (für Porsche-Zentrum), zwei weitere haben Luxemburger Kennzeichen. Von einem benachbarten Firmengelände - vermutlich dem Audi-Zentrum Trier - wurde ebenfalls ein Nummernschildpaar mit TR-Kennzeichen von einem Auto entwendet. Die Ermittler gehen von einem Tatzusammenhang aus.
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Das Autohaus: Volker Kilian ist Geschäftsführer des Porsche Zentrums Trier, das zur Löhr-Gruppe gehört. "Auffällig ist, dass ausschließlich Fahrzeuge ohne Zulassung gestohlen wurden, und zwar vier Neuwagen und drei Gebrauchtwagen", sagt Kilian im Gespräch mit dem TV. Die Uhrzeit des Beutezugs sei unklar - er könnte sich Kilian zufolge bereits am späten Samstagnachmittag abgespielt haben. Die Polizei nennt als fraglichen Zeitraum Samstag- bis Sonntagnachmittag und vermutet, dass die Diebe den Schutz der Dunkelheit suchten. Besonders auffällige Merkmale weisen die gestohlenen Fahrzeuge nicht auf. Kilian: "Wir hoffen, dass jemand etwas gesehen hat und sich bei der Polizei meldet." Der Betrieb im Porsche Zentrum läuft derweil wie gewohnt weiter.
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Die Zeugensuche: Karl-Peter Jochem, Pressesprecher der Polizei Trier, setzt auf Beobachtungen von Zeugen: "Es fällt möglicherweise auf, wenn mehrere Sportwagen hintereinander unterwegs sind." Die Kripo fragt: Wer hat am Wochenende Verdächtiges im Gewerbegebiet Trier-Nord beobachtet? Wer hat zu dieser Zeit oder davor verdächtige Fahrzeuge gesehen, eventuell mit Anhänger oder LKW? Wer hat zur Tatzeit am Tatort oder in der Nähe Porsche fahren sehen?
Hinweise werden erbeten an die Kripo Trier, Telefon 0651/9779-2290 oder -2251.
Extra

Blick ins Archiv

August 2004: Bei Einbrüchen in mehrere Autohäuser in Bitburg stehlen unbekannte Täter vier Luxusautos im Gesamtwert von 350.000 Euro. Dabei brechen sie mit einem Toyota Geländewagen filmreif durch eine Schaufensterscheibe des Autohauses Tix. Außerdem betroffen: der Audi-Händler Müller & Flegel.
September 2004: Beim damaligen Autohaus Schäfer in Trier-Euren knacken Diebe den Tresor mit den Autoschlüsseln und lassen sieben nagelneue BMW mitgehen. Gesamtwert der Beute: 400.000 Euro.
Dezember 2011: Von einem Firmengelände in Hohenfels-Essingen (Landkreis Vulkaneifel) stehlen Unbekannte drei neuwertige Sportwagen Ford Focus RS. Laut Polizei versehen sie die Autos mit gestohlenen Kennzeichen und flüchten.
Oktober 2015: Autoknacker stehlen vom Volkswagen-Autohaus in Speicher (Eifelkreis Bitburg-Prüm) vier Fahrzeuge im Wert von 200.000 Euro. Extra

Wie sich Autohäuser schützen sollen
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe empfiehlt auf der Internetseite der-sichere-kfz-betrieb.de unter anderem: gute Außenbeleuchtung, Sicherung von Türen und Fenstern, Tresor, Alarmanlage, Videoüberwachung mit Aufschaltung auf Sicherheitsdienst, Nebelsysteme, Umzäunung des Geländes, Lenkradsperren und Fahrzeugkrallen.

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