Urteil im Prozess um Überfall in Trier-West – Zwei Jahre Freiheitsstrafe für den Haupttäter

Urteil im Prozess um Überfall in Trier-West – Zwei Jahre Freiheitsstrafe für den Haupttäter

Im Landgerichtsprozess um einen Überfall im Dezember 2015 in Trier-West ist am zweiten Verhandlungstag das Urteil gefallen. Der Hauptangeklagte soll für zwei Jahre ins Gefängnis. Sein Helfer muss zwei Wochen lang in Jugendarrest.


Zur Urteilsverkündung im Fall einer schweren räuberischen Erpressung stehen alle im Gerichtssaal auf. Der Hauptangeklagte, ein 21-jähriger Trierer, wird zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der zweite Angeklagte, ein 17-Jähriger aus Konz, bekommt zwei Wochen Jugendarrest.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Haupttäter in der Nacht zum 27. Dezember eine Gruppe junger Männer vor dem Eros-Center in der Luxemburger Straße in Trier-West mit einem Messer bedroht hat. Der 21-Jährige hat gestanden, von jedem der fünf 100 Euro mit der Begründung verlangt zu haben, dass sie eine Prostituierte belästigt hätten. Außerdem gab er an, Verbindungen zur Rockergruppe Hell's Angels zu besitzen - genauso wie die Anschuldigung eine leere Behauptung.

Als klar wurde, dass die Gruppe nicht genug Geld bei sich hatte, wollte der Mann sie an der Mosel entlang zu Fuß zu einer nahen Sparkassenfiliale führen, wo sie Geld abheben sollten. Unterwegs floh einer der Bedrohten. Schließlich nahm der Hauptangeklagte den Männern unter Beihilfe des jungen Konzers zehn Euro ab.

Die Strafe für den 21-Jährigen fällt mit zwei Jahren noch verhältnismäßig mild aus: Bei schwerer räuberischer Erpressung sind Strafen bis zu 15 Jahren möglich. Das Gericht beurteilt die Erpressung aber als minder schweren Fall: Der Mann hat die räuberische Erpressung bereits zu Prozessbeginn letzte Woche gestanden (der TV berichtete am 26. Juli). Außerdem hatte er während der Tat unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden.

Er entschuldigte sich sowohl schriftlich in Form eines Briefes, der während des Prozesses verlesen wurde, wie auch persönlich im Gerichtssaal bei seinen Opfern. Auch die sehr geringe Beute von nur zehn Euro wird als strafmindernd ausgelegt. Auf der anderen Seite jedoch ist der Täter kein unbeschriebenes Blatt: Mehrmals wegen Drogen- und Gewaltdelikten vorbestraft, verbrachte er bereits einmal sechs Monate im Jugendarrest. Während der Tat war er nur zur Bewährung auf freiem Fuß. Außerdem leidet einer der überfallenen Männer auch heute noch unter den Folgen der Tat. Er berichtete im Zeugenstand von schlaflosen Nächten und Angst, auch noch mehr als ein halbes Jahr später - ein Umstand, der bei der Beurteilung des Falls durch das Gericht berücksichtigt wird.

Staatsanwältin Katrin Schneider hat eine Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert. "Das ist keine schwere räuberische Erpressung", argumentiert dagegen Verteidiger Otmar Schaffarczyk. "Das war ja kein Banküberfall. Das waren ein paar Cowboys am Eros-Center."

Der Haftbefehl wird aufrechterhalten, obwohl Verteidiger Schaffarczyk im Prozess eine Aufhebung angepeilt hat. Der junge Mann war kurz nach der Tat zu seiner Mutter nach Frankreich geflohen und hatte sich erst nach einiger Zeit in Trier gestellt, weswegen das Trierer Gericht nun Fluchtgefahr attestierte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Bei der Bestrafung des zweiten Angeklagten folgt das Gericht dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft. "Zwei Wochen Arrest sind ausreichend, aber auch notwendig", sagt Vorsitzender Richter Günther Köhler zu dem jungen Konzer. "Da haben Sie genug Zeit, darüber nachzudenken, was Sie getan haben."

Am Ende wünscht er beiden Angeklagten alles Gute: "Ich hoffe, dass wir Sie hier im Gericht nicht mehr sehen."

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