Veränderungen beim Hol- und Bringservice in Trier

Entsorgung : Hol- und Bringservice von Müll nur für Trier

Der Trierer Stadtrat hat den neuen Gebühren zugestimmt. Doch das Gremium möchte Veränderungen am Angebot und bittet die ART, Vorschläge zu machen.

Ein wenig erinnert die Szenerie im Trierer Rathaussaal an eine spätabendliche Sprechstunde beim Doktor. Denn es gibt viele Fragen. Doch es geht nicht um irgendwelche Befindlichkeiten. Nein, mit Max Monzel steht ein Betriebswirtschaftler und Verbandsdirektor des Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) Rede und Antwort. Er wirbt um eine Zustimmung für die Pläne für neue Regeln und Preise bei der Abfallentsorgung in der kompletten Region (der TV berichtete).

Zum ersten Mal seit 2005 soll mehr für die Entsorgung gezahlt werden, da laut Monzel seit Jahren die Gebühren nicht mehr reichen, um die Kosten zu decken. Ohne höhere Gebühren sei dies bisher nur gegangen, da das jährliche Minus mit Geld aus Rücklagen ausgeglichen worden sei. Und diese Rücklagen seien nun nahezu aufgebraucht.

Abgesehen von den steigenden Kosten sind es drei Themenkomplexe, die die Räte interessieren. Eine Besonderheit in Trier ist der Hol- und Bringservice, bei dem Mitarbeiter des ART die Tonnen aus Verschlägen und Kellern räumen und sie nach der Leerung wieder zurückstellen. Nach den ursprünglichen Plänen sollte dieser Service für 40,04 Euro jährlich nur noch dann angeboten werden, wenn der Müll alle zwei Wochen abgefahren wird. Nun die Kehrtwende des ART. „Wir können uns auch vorstellen, den Service bei einem vierwöchigen Rhythmus anzubieten.“

Bereits Thema bei Entscheidungen in Kreistagen in der Region waren Windeln. Denn es gebe, so auch der Tenor einiger Beiträge in der Stadtratssitzung, Haushalte, die aufgrund von Windelkindern und dem Verbrauch von Inkontinenzprodukten für Erwachsene mehr Restmüll als andere produzierten. An diesem Punkt ist Max Monzel eisern. Er macht deutlich, dass es keine rechtliche Möglichkeit gebe, von Seiten des ART Nachlässe zu gewähren. Das sei dann Aufgabe der Kommunen. Rund 100 000 Euro würde das für Trier kosten.

Ebenfalls eher ein städtisches Thema ist die künftige Entsorgung in Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen. Gleich mehrere Ratsmitglieder befürchten, dass es zu Mehrbelastungen kommt, da Mitbewohner weiterhin den Müll nicht trennen und deshalb die gemeinsam genutzten Abfallbehälter unverhältnismäßig oft geleert werden müssen. Auch an dieser Stelle hat der ART-Verbandsdirektor keine Patentlösung, da es nicht Aufgabe des Zweckverbands sei, die Modalitäten innerhalb von Hausgemeinschaften zu klären. Er berichtet jedoch von einem geplanten Treffen mit Vertretern der Wohnungswirtschaft, bei dem über das Thema gesprochen werden soll. Monzel: „Eine einfache Lösung wäre es, die eigenen Mülltonne mit einem Schloss zu sichern.“

Jenseits dieser Themen schwingt bei der Sprechstunde mit Dr. Max Monzel dann immer wieder eine Frage durch den Raum: Was muss im 2020 für den Müll gezahlt werden? Darauf kann der Betriebswirtschaftler keine konkrete Antwort geben. Er berichtet von Erfahrungswerten aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich. Dort gibt es seit Jahren das System, das in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg eingeführt werden soll. Ein durchschnittlicher Haushalt nehme dort 14 bis 15 Leerungen in Anspruch. 13 Leerungen sind nach aktuellem Plan künftig in der Grundgebühr enthalten. Die liegt bei der Nutzung einer 80-Liter Tonne in Trier und Trier-Saarburg einheitlich bei 78,44 Euro (bisher Trier: 101,88 Euro, Landkreis: 89,28 Euro), für eine 120-Liter-Tonne 100,75 (bisher Trier: 136,20 Euro, Kreis: 123,60 Euro). Jede zusätzliche Leerung soll künftig 9,66 Euro extra kosten.

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