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Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

65 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz sind die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen. In Trier kommen in der Veranstaltungsreihe zum Nationalen Gedenktag am 27. Januar Zeitzeugen zu Wort.

Trier. (mehi) Wenn ab Dienstag eine schwarze Telefonzelle auf dem Trierer Hauptmarkt steht, will nicht etwa eine neue Kommunikationsfirma die Zeit zurückdrehen, sondern Jan-Christoph Krug. Denn der Fernsprecher ist Teil seiner Installation "Telefonieren mit der Vergangenheit", in dem Zeitzeugen des Nationalsozialismus zu Wort kommen (der TV berichtete).

Die Interviews hat der Innenarchitekt und FH-Dozent für Intermediales Design im vergangenen Jahr auf Tonband aufgenommen. Hör- und Schauplatz ist eine Telefonzelle, die ab 27. Januar zwei Wochen lang auf dem Trier er Hauptmarkt steht.

Gottesdienst und Lesung zu Pfarrer Klaus Lohmann



Ungeschminkt dokumentiert die Ausstellung "Euthanasie in Hadamar" das Schicksal von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen während der NS-Zeit. Rund 14 500 starben zwischen 1941 und 1945 in der psychiatrischen Klinik Hadamar bei Limburg in Hessen. Die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) haben in Zusammenarbeit mit der Stadt Trier die Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar nach Trier geholt.

Eröffnet wird sie am Montag, 25. Januar. Bis zum 29. Januar ist sie in der Dominformation Trier zu sehen, anschließend an der Universität.

Um Euthanasie, die massenhafte Tötung alter, kranker oder für "lebensunwert" erklärter Menschen, dreht sich auch der Spielfilm "Mein Mörder" der österreichischen Regisseurin Elisabeth Scharang am Donnerstag, 28. Januar, im Haus Fetzenreich.

An die NS-Gräuel erinnern ebenso Besuche in der Gedenkstätte des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert, Vorträge und der Stadtrundgang "Stolpersteine erzählen" am 27. Januar.

Christlichen Widerstand leistete der evangelische Trierer Pfarrer Klaus Lohmann (1910 - 2002). Er gehörte zu den wenigen Pfarrern in Deutschland, die öffentlich gegen den Novemberpogrom 1938 predigten.

In einer Lesung mit Diskussion stellt Studentenpfarrer Andreas Mühling mit seinen Studenten den Widerständler vor; Thomas Zuche von der Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) berichtet über seine Begegnungen mit Lohmann. Außerdem gedenkt die evangelische Kirchengemeinde Trier in einem Gottesdienst des Pfarrers.

Die Termine zum Nationalen Gedenktag im Überblick:

Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr: Gedenkgottesdienst an Pfarrer Klaus Lohmann, Caspar-Olevian-Saal, Kurfürstliches Palais, Trier

11 und 14 Uhr: Führung in der Gedenkstätte Hinzert, Abfahrt 13.30 Uhr Trier Hauptbahnhof, Anmeldung: Telefon 06571/4171, dieter.burgard@t-online.de; 13.30 Uhr ab ESG, Im Treff 19, Telefon 0651/16051, esg@uni-trier.de;

16 Uhr: "Mein Vater wird gesucht" - Erinnerungen in der Gedenkstätte Hinzert mit Liedern aus dem Widerstand und der Freiheit.

Montag, 25. Januar, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung "Euthanasie in Hadamar - die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in hessischen Anstalten" mit Dieter Burgard, Dauer bis 29. Januar, Dominformation Trier, Domfreihof, 9.30 bis 17.30 Uhr; 1. bis 5 Februar Universität Trier, A/B-Foyer, 8 bis 21 Uhr.

Mittwoch, 27. Januar, 16 Uhr: Stadtrundgang "Stolpersteine erzählen", Friedens- und Umweltzentrum, Pfützenstraße 1;

19 Uhr: "Schützt!" - Ökumenischer Hochschulgottesdienst, Welschnonnenkirche;

bis 9. Februar: Zeitzeugenprojekt "Telefonieren mit der Vergangenheit", Installation auf dem Hauptmarkt.

Donnerstag, 28. Januar 19.30 Uhr: "Mein Mörder", Filmvorführung, Aula im Haus Fetzenreich, Sichelstraße 36.

Dienstag, 2. Februar, 19 Uhr: "Klaus Lohmann", Lesung mit Diskussion, ESG.

Mittwoch, 3. Februar 16.15 bis 17.45 Uhr: Philosophisches Café "Die Natur des Bösen. Die Sicht der evolutionären Anthropologie" mit Josef M. Werle, ESG.

Freitag, 5. Februar, 8.30 Uhr: Freitagsfrühstück mit Andreas Mohr, Lebenshilfe, im Fetzen-Café, Im Treff 15.

Mittwoch, 10. Februar 16.15 bis 17.45 Uhr: Philosophisches Café "Der Fremde in uns. Arno Gruens Versuch einer Psychologie des Bösen" mit Josef M. Werle, ESG.