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Verbandsgemeinde Ruwer Bürgermeisterin Stephanie Nickels

Kommunalpolitik : Eine Rieslingrebe und nette Worte für die Neue

Stephanie Nickels (CDU) ist am Dienstag in Gutweiler als Bürgermeisterin der VG Ruwer vereidigt und ins Amt eingeführt worden. Es gab viele Glückwünsche, doch auch eine hohe Erwartungshaltung.

Alles, was in der Verbandsgemeinde Ruwer Rang und Namen hat, war bei der feierlichen Verbandsgemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Altenberghalle in Gutweiler anwesend. Schließlich war die Tagesordnung diesmal außergewöhnlich. Es galt, die neue Bürgermeisterin Stephanie Nickels zu ernennen, zu vereidigen und ins Amt einzuführen.

Diese Aufgabe übernahm der erste Beigeordnete der VG Ruwer, Karl-Heinrich Ewald. Er war es auch, der in den vergangenen zehn Monaten die Amtsgeschäfte im Waldracher Rathaus geführt hat – mit Unterstützung des zweiten Beigeordneten Josef Kruft.  Dank und Anerkennung gab es von allen Seiten für die Leistung der Beigeordneten. Die Vakanz war entstanden, weil der langjährige Verwaltungschef Bernhard Busch krankheitsbedingt auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausgeschieden war.

Stephanie Nickels war von den Bürgern vor vier Wochen mit 52,7 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Busch gewählt worden. Sie hatte sich in einer Stichwahl gegen Stefan Metzdorf (SPD) durchgesetzt. Die 49-jährige Sozialpädagogin, die zuletzt beim Bistum Trier den Arbeitsbereich Gesellschaft und Politik leitete, tritt ihr Amt am 2. Januar 2018 an.

Nach Sitzungsende bildete sich eine lange Schlange in der Halle: Jeder wollte der neuen Bürgermeisterin gratulieren und sie willkommen heißen. Viele Vorschusslorbeeren, aber auch klare Ansagen, was man sich von der neuen Verwaltungschefin erwartet, äußerten die Redner des Abends.

Im Namen des Verbandsgemeinderats sprach das älteste Ratsmitglied, Günter Scherer (75, SPD). Er meinte, dass Stephanie Nickels’ Fähigkeiten als Gemeindepädagogin im Rat gefordert seien: „Manchmal ufern die Diskussionen aus, manche reden durcheinander oder an der Sache vorbei, manche fallen anderen ins Wort oder hören nicht zu.“ Da müsse die Stimme schon mal energisch sein, so Scherer. Man habe mehr Erfolg, wenn man den richtigen Ton treffe.

Für die 20 Ortsbürgermeister der VG Ruwer gratulierte Heinfried Carduck (CDU). Er  bemühte den heiligen Augustinus, als er Nickels zurief: „Porta patet, cor magis“ (Die Tür steht offen, mehr noch das Herz). „Wir wünschen, hoffen und erwarten, dass unsere neue Bürgermeisterin die Türen offen hält, verschlossene Türen öffnet und falsche Türen, die sogenannten Hintertüren, schließt.“  Die in Waldrach lebende Moselweinkönigin Kathrin Hegner schenkte ihrer Landsfrau eine Rieslingsrebe. Wie ein Winzer die Rebe hege und pflege, damit einmal guter Wein aus ihr erwachse, so möge die Bürgermeisterin eine glückliche Hand bei allem haben, was aus der VG hervorgehe.

Als engagierte und fachkundige Frau, die einen guten Job machen werde, bezeichnete Kreisbeigeordneter Arnold Schmitt (CDU) seine Parteikollegin. Die Grüße und Glückwünsche der VG-Beschäftigten überbrachte Büroleiter Franz Becker. „Wir freuen uns auf die neue Chefin und bieten ihr eine gute Zusammenarbeit an“, sagte er. Becker kündigte an, es werde voraussichtlich im Februar ein Personalrat gewählt. Unter Bürgermeister Busch hatte es keine Personalvertretung im Rathaus gegeben.

Sie empfinde „tiefen Respekt und Freude“, sagte die Hauptperson des Abends. Nickels will den Haushalt „konsequent umsetzen“, das Ehrenamt unterstützen sowie den ÖPNV und das schnelle Internet ausbauen. Transparenz, Sachlichkeit und Fairness über alle Parteigrenzen hinweg seien ihr wichtig.

(alf)