Verbrecher und Verrückte

Es ist ein wortreiches Stück, das die Waldorfschüler der Klassen neun bis elf auf die Bühne bringen. Das moderne Märchen "Die Irre von Chaillot" von Jean Giradoux stellt große Anforderungen an die Akteure.

Trier. (cofi) Als "schwierig" und "seltsam" empfinden Johanna Riedl, im Stück die Aurélie, und Hans-Christian Sittig, der einen Börsenmakler verkörpert, die bittere Satire, die Jean Giradoux 1943 über die Skrupellosigkeit korrupter Geschäftemacher im besetzten Paris geschrieben hat. In den vergangenen sechs Wochen haben sich 15 Schüler mit dem Stück auseinandergesetzt und an den Rollen gefeilt. "Die Proben waren zeitweise sehr stressig, haben aber zum Schluss extrem Spaß gemacht", sagt Johanna Riedl. Bühnenerfahrung haben alle Akteure schon bei früheren Klassenspielen und Theater-AG-Projekten gesammelt. Doch im kleinen Saal der Tufa vor "einem anderen Publikum" als in der Schule zu spielen, treibt das Lampenfieber doch mehr in die Höhe. "Wir haben turbulente Proben hinter uns. Es ist ein schwieriges Stück, aber ich bin zufrieden mit der Leistung der Schüler", sagt Lehrerin Maria Doro Brandt. "Die Irre von Chaillot" ist ein modernes Märchen. Es beschreibt den Kampf von Gut gegen Böse. Das Leitmotiv der Geschichte: die vermeintliche Vernunft der machtorientierten Gesellschaft zerstört, die der Lächerlichkeit Preisgegebenen beweisen hingegen großen Verstand. Die Waldorfschüler haben das Stück in die Moderne verlegt: Hippies als Irre und Anzugträger als Verbrecher. Die drei anderen Irren Constance (Lena Müller-Kluge), Gabrielle (Nina Eppers) und Joséphine (Isabel do Paco Quecado) brachten Würze ins Einerlei der Monologe. Weitere Termine: 11. und 12. Mai, jeweils 20 Uhr im kleinen Saal der Tufa.

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