Verbunden mit Stadt und Dom

Immer etwas Neues kennenlernen, das hat Bernd Backes schon im Beruf geliebt. Im Ruhestand entdeckt er als Gästeführer immer wieder Interessantes in Trier. Seine Kompetenz ist auch bei seiner jüngsten Aufgabe gefragt: Der 68-Jährige ist Ansprechpartner für Verwaltung und Bistum bei der Organisation der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012.

Trier. "Als Jugendlicher habe ich in der Porta Nigra gespielt und bin in den Kaiserthermen und in der Basilika rumgetobt." Bernd Backes ist in der Simeonstraße groß geworden und lebt inzwischen in Neukürenz. Als Erwachsener erkundet er die römischen Bauwerke Triers entspannter — und selten alleine. Sein Bruder habe ihn auf die Idee gebracht, als er mit Bekannten aus Dortmund zu Besuch war, sagt der 68-Jährige. Er habe ihnen Trier gezeigt — mit so viel Spaß, dass er 2005 die Gästeführerprüfung machte. "Danach musste meine arme Frau Monika dreimal mit mir durch die Stadt rennen. Denn wir hatten nur gelernt, was wir erklären. Wie wir führen, das mussten wir uns selbst erarbeiten." Anfangs habe er nur am Wochenende Gruppen die Stadt gezeigt. "Im Ruhestand habe ich richtig damit begonnen."
Im Ruhestand ist Backes seit gut vier Jahren. Zuvor war er städtischer Mitarbeiter in verschiedenen Ämtern. "Ich war alle acht Jahre woanders. Mir hat es Spaß gemacht, es war immer etwas Neues." Gut habe ihm die Arbeit im Sozialamt gefallen, "weil man helfen kann". Zuletzt war er Leiter des Dezernatsbüros für Kultur und Schulen. 1998 war Backes erster Geschäftsführer der Antikenfestspiele. "Das war schön, interessant und nervenaufreibend - vom Kopf bis an die Zehen." Gerade mal zwei Jahre aus dem Amt, sei er als ehemaliger, gut vernetzter Mitarbeiter der Stadt gefragt worden, ob er als Koordinator zwischen Stadt und Bistum bei der Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 mitwirken wolle. "Ich habe es mir gut überlegt — und zugesagt." Schließlich habe er schon bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 1996 mit Wolfgang Meyer, dem heutigen Chef des Wallfahrtsbüros, zusammengearbeitet. "Ich habe dann meine Kontakte in der Verwaltung wieder aufgewärmt, das läuft gut. Ich habe den Schritt bis heute nicht bereut."
In den 31 Tagen sollen, so das Bistum, 500 000 Pilger nach Trier kommen. "An Spitzentagen erwarten wir bis zu 50 000 Menschen." Dafür müssten Plätze freigehalten, Busverkehr und Park & Ride geordnet, Parkplätze ausgewiesen und Straßen geändert werden. Schon die Heilig-Rock-Tage hätten gezeigt, dass dann viel los sei in der Stadt.
Backes ist das Bindeglied zwischen Stadt und Wallfahrtsleitung, koordiniert die städtischen Ämter, organisiert die benötigten Genehmigungen, hilft beim Sicherheitskonzept.
"Die Anerkennung im Bistum ist groß", sagt Backes. "Ich bin dort voll integriert." Überhaupt sei die Resonanz groß. Die Museen und Bibliotheken seien involviert, das Theater engagiere sich. "Und ich denke, dass auch die Geschäfte gefordert sind. Denn es ist eine gute Möglichkeit, die Stadt zu präsentieren."
Seinen Ruhestand habe er gut organisiert, meint Backes. Mittwochs ist er in seinem Büro im Rathaus, bei gutem Wetter mit seiner Frau in der Eifel. Und einmal die Woche laufe er mit einem ehemaligen Feuerwehrkollegen im Mattheiser Wald. Das hält fit für die Stadtführungen.Gesprächsrunden im Gymnasium:

Extra

Gesprächsrunden im Gymnasium: Anekdoten aus der Geschichte der Heilig-Rock-Wallfahrt gibt es unter anderem heute bei einem Infoabend. Ab 19 Uhr werden drei Gesprächsrunden in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums in der Neustraße Wissenswertes über die Wallfahrt weitergeben, die vom 13. April bis zum 13. Mai 2012 wieder ausgetragen wird. Die Moderation liegt bei TV-Redakteur Dieter Lintz. Eingeladen ist unter anderem Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen. Er soll erzählen, was das Großereignis für seine Stadt bedeutet. red