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Verein Feller Gegenwind wehrt sich gegen Windräder auf den Moselhöhen

Windkraft : „Wir sind für erneuerbare Energien, aber...“

Auf den Moselhöhen im Umland von Schweich soll(t)en Windräder, ein Gewerbepark und ein Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden. Der Verein Feller Gegenwind wehrt sich weiter.

 Auf der Moselhöhe bei Riol sollen Windräder gebaut werden, in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer können alte aufgerüstet werden. Seit Jahren stemmen sich einige Feller Bürger gegen diese Pläne, 2013 gründeten sie den Verein Feller Gegenwind. Vor ihrer jüngsten Mitgliederversammlung im Winzerkeller in Fell konnten sich Interessierte über den aktuellen Stand informieren.

Vorsitzender Helmut Schneiders stelle am Anfang der Veranstaltung klar: „Wir sind für erneuerbare Energien, aber gegen eine Zerstörung der Kulturlandschaft und des Lebensraums.“ Erwin Britz erinnerte die rund 50 Zuhörer an Meilensteine der vergangenen Jahre: 2016 hatte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Änderung des Flächennutzungsplans nicht genehmigt. Das wollte die Verwaltung der VG Schweich nicht hinnehmen. Das Verwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung der Kreisverwaltung, die VG legte Berufung ein. Der Verhandlungstermin steht noch aus (siehe Info).

Weitere Vereinsmitglieder kamen im Winzerkeller zu Wort: Peter Gemmar knüpfte an den Plan der Landesregierung an, bis zum Jahr 2030 Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, und erläuterte die Rolle der Windkraft dabei. Fazit des emeritierten Hochschulprofessors: „Windkraft ist nur dort sinnvoll, wo stetiger Wind weht, Landschaften und Naturschutz beachtet werden.“ Hermann Gorges warnte vor dem Wertverlust von Immobilien durch die geplanten Windräder bei Riol und das Aufrüsten auf 250-Meter-Riesen in der VG Ruwer.

Auch über den sogenannten Geisterstrom wurden die Gäste – darunter einige Politiker, aber keine Vertreter der VG-Verwaltung Schweich – informiert. Geisterstrom ist Strom, der produziert wird, aber nie beim Verbraucher ankommt. Beispielsweise dann, wenn Stromleitungen fehlen. Die  Produzenten von Windenergie erhalten dann eine Entschädigung. Laut Schneiders führt auch dies dazu, dass Stromkosten stetig steigen. 2019 seien im ersten Quartal 364 Millionen Euro für den Geisterstrom gezahlt worden. Geld, das am Ende die Bürger zahlten.

In die sprichwörtliche Höhle des Löwen wagte sich Stefan Metzdorf, erster Beigeordneter der VG Ruwer. Die Frage, ob die Windräder, die in Fell zu sehen und zu hören sind, aufgerüstet und damit auch erhöht werden (Repowering), ließ er unbeantwortet. Dass Strom, der produziert wird, gespeichert wird, dafür setzt sich Rudolf Schöller ein, „Mister erneuerbare Energien“ der Stadtwerke Trier. Zur Erinnerung: Das Millionenprojekt Pumpspeicherkraftwerk bei Ensch war 2017 gestoppt worden, weil die Stadtwerke Trier nicht genügend Investoren gefunden hatten. Schöller zufolge ist das Projekt aber nicht zu den Akten gelegt worden: „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema.“

Die Entwicklung eines Gewerbegebiets entlang der A 1 durch die Ortsgemeinde Mehring in Nachbarschaft des geplanten Rioler Windparks stand zwar auf der Tagesordnung. Doch der Vereinsvorsitzende gab nach gut zwei Stunden Moderator Thomas Vatheuer das Signal, die Veranstaltung zu beenden. Denn für die ehrenamtlichen Windkraftgegner war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht Schluss – die Mitgliederversammlung des Vereins stand noch an.