Verein mit Brückenfunktion

Mit einem Empfang in den Viehmarktthermen feierte der Verein Probare zehnjähriges Bestehen. Er setzt sich für die Resozialisierung von straffällig gewordenen Menschen ein.

Trier. Im November 2004 hat sich eine Gruppe Bewährungshelfer und -helferinnen zusammengeschlossen, um im Rahmen eines Vereins straffällig gewordene Erwachsene bei ihren Bemühungen um Resozialisierung und Prävention zu unterstützen. Am Freitag lud der Verein unter dem Vorsitz von Stephanie Jungen zu einem Empfang in die Viehmarktthermen ein. Unter den rund 60 Gästen sind auch Sozialoberamtsrat Alfred Jullien vom Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Polizeipräsident Lothar Schömann sowie Amtsgerichtsdirektor Jörg Theis. Feier in den Kaiserthermen

Stephanie Jungen bedankt sich in ihrer Begrüßungsrede für die Begleitung und Unterstützung durch die Justizbehörden und weist bei der Vereinsarbeit auf die Wichtigkeit der Prävention hin. "In diesem Sinne erfüllt Probare eine wichtige Brückenfunktion zwischen den straffällig gewordenen Menschen und unserer Gesellschaft." Sie erklärt die Programme des Vereins: "Bei dem Projekt namens Fünf vor Zwölf bringen wir Straftäter mit langjährigen Gefangenen zusammen, die den Alltag in der JVA schildern und so eventuell den einen oder anderen doch wieder auf den rechten Weg bringen." Bürgermeisterin Angelika Birk schildert die besondere Situation, in denen sich straffällig gewordene Menschen nach ihrer Haftentlassung befinden. Sie wünscht sich, dass die Arbeit, die von den Mitgliedern des Vereins bisher ehrenamtlich geleistet wird, vom Gesetzgeber finanzielle Unterstützung erhält. Der Vizepräsident des Landgerichts, Dr. Manfred Grüter, betont, dass das Engagement der Bewährungshelfer ein hohes Maß an emotionaler Stärke bedarf und appelliert an die Vereinsmitglieder, die sich bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit viel Herzblut einbringen: "Gehen Sie sorgsam mit sich selbst um." Peter Fritzen, Leiter der Staatsanwaltschaft, erklärt das Projekt Schwitzen statt Sitzen: Hier haben Menschen, die zu einer Geldstrafe verurteilt wurden und diese nicht zahlen können, die Möglichkeit, die Strafe in gemeinnützigen Einrichtungen abzuarbeiten. Probare vermittelt geeignete Stellen. "Durch die Vernetzung und den Hintergrund als Bewährungshelfer haben sie bessere Möglichkeiten, geeignete Plätze zu finden." Auch dass hierdurch jährlich mehrere Tausend Hafttage zu je 120 Euro eingespart werden konnten, macht die Arbeit von Probare für Fritzen zu einem Erfolgsmodell. Für die musikalische Untermalung sorgte die Big Band des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums.probare-trier.de