Verfolgungsjagd durch Trier mit Tempo 120

Verfolgungsjagd durch Trier mit Tempo 120

Ein Autofahrer hat sich mit der Polizei eine waghalsige Verfolgungsjagd durch die Trierer Innenstadt und über die Autobahn geliefert. Dabei soll er mit Tempo 120 am Moselufer entlanggerast sein und später die Verfolger mit mehr als 200 km/h abgeschüttelt haben.

Trier. Das Drama nimmt seinen Anfang in der Nacht zum Samstag gegen 0.24 Uhr. In der Hindenburgstraße mitten in Trier fällt einer Zivilstreife der Polizei ein dunkler VW Golf GTI auf, dessen Fahrer deutlich zu schnell unterwegs ist. Die Beamten schalten Blaulicht und Martinshorn ein und nehmen die Verfolgung auf, um den Raser zu stoppen.In der Kahlenfelsstraße an der Einmündung zum Paulusplatz stößt der Fahrer des PS-starken Golfs laut Polizei fast mit einer Radfahrerin zusammen, die die Fahrbahn überqueren will. Das bringt den Raser aber nicht zum Aufgeben: Mit quietschenden Reifen braust er in Richtung Moselufer davon. Dort beschleunigt er nach Schätzung seiner Verfolger auf mehr als 120 Kilometer pro Stunde - erlaubt ist dort gerade mal Tempo 50.Über die Zurmaiener Straße (B 49) steuert der Fahrer die A 602 in Richtung Dreieck Moseltal an. Auf der Autobahn gibt er noch mehr Gas und erreicht über 200 km/h. Die Fahnder brechen die Verfolgung schließlich ab - vermutlich, um unbeteiligte Fahrer durch die hohen Geschwindigkeiten nicht zu gefährden.Die Ermittlungen konzentrieren sich auf das gesuchte Fahrzeug und Augenzeugen vor Ort. Der dunkle VW Golf GTI soll im Kreis Bernkastel-Wittlich zugelassen sein. Den Beinahe-Zusammenstoß soll nicht nur die beteiligte Radfahrerin mitbekommen haben. Nach Beobachtung der Polizeibeamten müssten weitere Zeugen den Vorfall gesehen haben. Ihre Aussagen könnten wichtig werden, um den Golf-Fahrer zu ermitteln und gegebenenfalls später zur Rechenschaft zu ziehen.Der Fall erinnert an weitere Verfolgungsjagden in diesem Jahr: Im Juni ist ein 28-jähriger Autofahrer aus dem Kreis St. Wendel (Saarland) in Binsfeld (Kreis Bernkastel-Wittlich) vor der Polizei geflüchtet. Seine Fahrt endete auf der A 1 bei Schweich kurz hinter dem Dreieck Moseltal. Nachdem er ein Zivilfahrzeug der Polizei gerammt hatte, verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und überschlug sich in der Böschung (der TV berichtete am 13. Juni).Im April hat ein 40-jähriger Konzer laut Polizei einen Unfall in der Trierer Metzelstraße verursacht und Beamte angegriffen, die ihn festnehmen wollten. Weil er flüchtete, wurde eine groß angelegte Fahndung eingeleitet. Die Beamten griffen den Verdächtigen schließlich in einer Gartenlaube auf (TV vom 28. April).Zeugen des aktuellen Vorfalls in Trier, insbesondere die gefährdete Radfahrerin, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Trier unter Telefon 0651/9779-3200 zu melden.volksfreund.de/blaulicht