Vergebene Liebesmüh’

Also, selber das Auto putzen kommt für mich nicht in Frage. Dabei ist es bei dem Schmuddelwetter meist schon nach kurzer Zeit angesagt, den Schmutzschleier vom Lack und vor allem von den Scheiben zu entfernen.

Mit diesem Ansinnen fuhr ich vor einigen Tagen abends zur Waschanlage meines Vertrauens, um dort das komplette Programm fürs Auto zu buchen. Felgenpflege, Wachs und der restliche Pipapo. Das dauert. Und zwar auch deshalb, weil die Waschstraße extra auf langsame Geschwindigkeit gestellt ist. Ich hätte mir diesen Waschgang und die Zeit sparen sollen. Denn am darauf folgenden Morgen gab es einen Termin nahe eines Bauernhofs. Dort musste ich mein zugegebenermaßen etwas längeres Fahrzeug auf freiem Feld wenden, da der Wirtschaftsweg nicht mehr ausreichte - Wenden in 13 Zügen nennt man so etwas. Mein ehedem schwarzes Auto scheint sehr am Acker gehangen zu haben, beziehungsweise einige Klumpen vom Acker hingen noch am Wagen - "Murphys Gesetz" nennt man so etwas. Der nächste Besuch in der Waschanlage ist damit fällig, und eine wichtige Frage steht nun im Raum: Ob es wohl noch jemanden wie die freundliche Dame gibt, die meinem Kollegen Frank Giarra den Euro für eine Getränketüte gab, der mir die zehn Euro für den Waschgang spendiert? Ich verspreche auch, in der nächsten Zeit nicht mehr mein Auto auf schmalen Wirtschaftswegen wenden zu wollen. Auch wenn das dem Besitzer der Waschanlage meines Vertrauens nicht gefallen dürfte. Harald Jansen In der neuen Kolumne "Guten Morgen" beschreiben wechselnde Autoren ihre Gedanken zum Tag.

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