Vergewaltigung: Zeugen dringend gesucht

Vergewaltigung: Zeugen dringend gesucht

Wer ist der unbekannte Mann, der an Weiberdonnerstag in der Trierer Kutzbachstraße ein 16-jähriges Mädchen vergewaltigt hat? Dank einer genauen Täterbeschreibung hofft die Kriminalpolizei den Fall schnell aufklären zu können - falls sich Zeugen melden.

Trier. Die Fastnacht in der Region wird überschattet von einem Überfall, der am helllichten Tag mitten in der Trierer Innenstadt ablief. Während auf dem Hauptmarkt und in vielen Kneipen gefeiert wurde, machte sich eine 16-Jährige nach Dienstschluss auf den Heimweg. Beim City-Parkhaus in der Böhmerstraße sah sie gegen 17.30 Uhr einen unbekannten Mann, der ihr von dort zu Fuß folgte.

Der Weg, den die 16-Jährige einschlug, war zunächst sehr belebt. In der Justizstraße und der Walramsneustraße herrscht stets viel Verkehr. Den Knotenpunkt Pferdemarkt kreuzen auch besonders viele Passanten auf dem Weg von und zur Fußgängerzone.

Richtige Reaktion hängt von Situation ab



Ruhiger wirkt demgegenüber die Kutzbachstraße, die den Simeonstiftplatz/Margaretengässchen mit dem Pferdemarkt verbindet. Dort schlug der Täter plötzlich zu und zerrte sein Opfer in eine Tiefgarage.

Die Kriminalpolizei hofft darauf, dass sich Passanten an das 16-jährige Mädchen oder den Mann, der in gewissem Abstand hinter ihr ging, erinnern. Wertvolle Hinweise könnte möglicherweise ein älterer Mann geben, der kurz vor der Tat durch die Kutzbachstraße in Richtung Simeonstiftplatz/Karstadt ging.

Auch die genaue Beschreibung des Täters durch die 16-Jährige liefert wichtige Anhaltspunkte: Der Mann soll etwa 30 Jahre alt, 1,85 Meter groß und schlank sein. Der dunkle Typ trug Koteletten, die schräg zum Mund verliefen. Ein Schneidezahn ist dunkel verfärbt. Im rechten Ohr trug er einen Stecker mit einem Delfin-Motiv. Der Mann müsste Kratzspuren im Gesicht und am Hals haben. Er trug eine schwarze Jacke, hellblaue Jeans und schwarze Sportschuhe.

"Wir bitten alle, sich zu melden, denen zur Tatzeit etwas Verdächtiges aufgefallen ist oder die dank der Beschreibung des Täters einen Hinweis geben können", sagt Polizei-Sprecherin Monika Peters.

In Trier hatte zuletzt im September ein 22-Jähriger versucht, eine 21-Jährige zu vergewaltigen. Sieben Jahre Haft plus Sicherungsverwahrung verhängte das Landgericht Trier im Januar gegen einen 30-jährigen Wittlicher, der nach seiner Haftentlassung im Juli 2008 erneut eine Frau missbraucht hatte.

Was können Mädchen und Frauen tun, die sich verfolgt fühlen oder gar angegriffen werden? "Sie sollten versuchen, Passanten auf sich aufmerksam zu machen", erklärt Monika Peters. Belebte Plätze suchen, weglaufen, notfalls laut um Hilfe rufen: Welche Reaktionen bei einer Bedrohung angemessen oder überhaupt möglich sind, hängt von der jeweiligen konkreten Situation ab.

Kontakt zur Polizei: Telefon 0651/9779-2290.

Der Verein Frauennotruf Trier (Telefon 0651/49777) bietet im März Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für zwölf- bis 15-jährige Mädchen an.

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