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Verkehr erhitzt die Gemüter

Trier-Feyen/Weismark. Mit dem Quartiersrahmenplan Castelnau II beschäftigte sich der Ortsbeirat Feyen/Weismark in seiner jüngsten Sitzung. Was als Formalie auf dem Papier stand, sorgte an diesem Abend für erhöhten Gesprächsbedarf. Die darauf folgende Abstimmung wurde sehr spannend. Rolf Lorig

Trier-Feyen/Weismark. Der Stadtteil hat mit dem Konversionsgebiet Castelnau eine sehr positive Entwicklung durchlaufen. Aktuell gibt es erste Überlegungen, wie das Gebiet Castelnau II in den Stadtteil eingebunden werden kann. Obwohl diese Überlegungen noch ganz am Anfang stehen, weiß man schon, dass etwa 1900 Menschen dort ein neues Zuhause finden werden. Vom Stadtplanungsamt war Simone Schornick in den Rat gekommen, um noch einmal Rede und Antwort zum Quartiersrahmenplan zu stehen.
Größere Pufferfläche


Der Rahmenplan wurde auf den im Jahre 2003 vorgesellten Stadtteilrahmenplan aufgesattelt und war damit dem Gremium nicht fremd. Schornick wies in ihren Ausführungen darauf hin, dass die Pufferfläche zum Naturschutzgebiet vergrößert werden müsse, weshalb die zu besiedelnde Fläche näher an den Ortsteil heranrücken werde.
Grund für die Maßnahme sind die im Wald lebenden Fledermäuse und Wildkatzen. Nach dem Beschluss des Rahmenplans soll dann ein erster Bebauungsplan entwickelt werden. Dieser zeige dann auf, welche Bebauung in welcher Geschosshöhe wo möglich sei und wie die Verkehrswege laufen sollen.
Gesagt werden könne aber schon, dass die verkehrstechnische Haupterschließung des Gebietes über die Pellinger Straße erfolgen werde. Die Planungen für den Bebauungsplan sollen laut den Ausführungen nach der Sommerpause beginnen, der fertige Plan liege danach für ein Jahr aus. Den frühesten Termin für den möglichen Baubeginn bei einem optimalen Ablauf aller Vorbereitungen sah Simone Schornick im Jahr 2018.
Was dann folgte, war eine rege Diskussion zum Thema Verkehr. Wie man sich das gesteigerte Verkehrsaufkommen denn vorstelle, wollte Barbara Dalpke-Polka (CDU) wissen. Auch Paul-Georg Schmidt (SPD) griff den Ball auf. Es ginge nicht an, dass man einzelne Gebiete mit verkehrsberuhigten Maßnahmen ausstatte und andere Regionen die gesamte Verkehrslast tragen müssten. Dem stimmten weitere Ratsmitglieder zu und wiesen darauf hin, dass die Pellinger Straße schon heute überfüllt sei. Sabine Schulz-Gerhard (CDU) warf die Frage auf, ob die Stadt Trier nichts aus der Situation in Kürenz und Olewig gelernt habe.
Bevor der Kessel vollends überkochen konnte, griff Ortsvorsteher Rainer Lehnart (SPD) ein und erinnerte die Mitglieder des Ortsbeirates daran, dass man sich klar für eine Wohnbebauung von Castelnau II ausgesprochen habe und dass man damit auch eine Erhöhung des Verkehrs in Kauf nehmen müsse. Allerdings gelte es nun, hier zu intelligenten Lösungen zu gelangen, die dieses Aufkommen so erträglich wie möglich gestalten könnten.
Lösungsansätze sah der Ortsvorsteher hier vor allem im ÖPNV. Peter Buschmann (CDU) hatte da so seine Zweifel. Wer ein Auto habe, werde das kaum stehen lassen. Doch trotz eines höheren Verkehrsaufkommens könne es keinen Zweifel daran geben, dass Castelnau I und II dem Stadtteil guttun würden.
Rainer Lehnart wies darauf hin, dass eine wesentliche Maßnahme zur Verkehrsentlastung der schon seit Jahren vorgesehene Neubau der Aulbrücke sein könne, der aber im Stadtrat von politischen Kräften torpediert worden und zugunsten von Maßnahmen in anderen Stadtteilen immer wieder verschoben worden sei. Hier müsse mit allen Kräften darauf hinwirken, dass diese Maßnahme in den kommenden kommunalen Haushalt aufgenommen werde.
Knappe Abstimmung


Auch Simone Schornick setzte alles daran, die Wogen zu glätten. Alle Fragen würden nochmals planerisch überprüft, versprach sie dem Gremium. Trotzdem fiel das Ergebnis bei der dann folgenden Abstimmung knapp aus: Fünf Stimmen waren dafür, vier dagegen, und es gab auch eine Enthaltung.