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Verkehr in Trier: links, rechts, geradeaus?

Verkehr in Trier: links, rechts, geradeaus?

TRIER. Im Online-Angebot des Trierischen Volksfreunds, www.intrinet.de, beteiligen sich immer mehr Bürger und schreiben ihre Beiträge in die Weblogs (Blogs). Besonders das Thema Verkehr in Trier erfreut sich derzeit großer Beliebtheit.

Trier steht immer häufiger vor dem Verkehrsinfarkt. Immer mehr Verkehr belastet die enge Stadt. Viele Menschen kommen zum Einkaufen nach Trier. Ob aus der Eifel, aus Luxemburg oder von der Mosel. Die Umsätze im Einzelhandel liegen bundesweit auf sehr hohem Niveau - das bedeutet Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Der Tourismus boomt ebenso. Besucher aus den Nachbarländern machen immer öfter eine Kurzreise nach Trier. Diese positive Entwicklung hat aber auch eine bittere Kehrseite. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg Triers als Oberzentrum war eine resolute Verkehrspolitik in den vergangenen Jahren. Das Dogma lautete: Der Besucher muss möglichst nah ans Zentrum fahren können. An diesem Grundsatz wurde nie gerüttelt, und er trug viel bei zur Attraktivität der Moselstadt. Parkhäuser in der Innenstadt sorgten für eine bequeme Erreichbarkeit der Fußgänger-Einkaufszone. Die Verkehrsplaner hatten damals aber nicht berücksichtigt, wie eng die Trierer Straßen, wie problematisch die verkehrsmäßige Erschließung der Stadt ist und wie enorm sich die Verkehrsmenge steigern würde. Staus auf vielen Hauptstraßen sind heute an der Tagesordnung. Was vor Jahren noch die Ausnahme in der Vorweihnachtszeit oder an Luxemburger Feiertagen war, ist heute die Regel. Gleich in mehreren Blogs im Intrinet wird dieses Thema diskutiert, so in "DrHool's Got The Blues" ( http://drhool.blog.intrinet.de/), in "Der schwarze Blog" ( http://tetrapanax.blog.intrinet.de/), "Kalter Wind" ( http://kalterwind.blog.intrinet.de)oder in "Miaspheria" ( http://miaspheria.blog.intrinet.de). Dabei geht es um die Verkehrsführung, die Belastung bestimmter Viertel, fehlende Parkplätze und ums Fahrradfahren. Verkehrstechnischer Albtraum: Saarstraße Bloggerin Miaspheria berichtet von einem "Verkehrstechnischem Albtraum": "Die Nachricht über den verletzten Fahrradfahrer, der vor einigen Wochen von einem ausparkendem Auto in der Saarstraße erfasst wurde, erstaunt mich nicht wirklich. Ich wohne in Trier-Süd und fahre mehrmals in der Woche mit dem Fahrrad durch die Saarstraße. Die Straße ist ein Albtraum. Obwohl hier sehr viele mit dem Rad unterwegs sind, gibt es keinen Radweg. Als Fußgänger muss man Angst haben, umgefahren zu werden, denn viele Autofahrer parken auf den breiten Gehwegen. Ein Witz ist die Radfahrerampel an der Kreuzung zur Südallee. Entweder man fährt mit dem Rad verbotenerweise über den Gehweg an den Autos vorbei bis vorne zu der Stelle, die für Radfahrer ausgewiesen ist. Oder man schlängelt sich zwischen den beiden Autoreihen vorbei und muss schauen, dass man nicht noch einen Spiegel mitnimmt. Und Pech hat man sowieso, wenn plötzlich die Ampel grün wird und man irgendwo zwischen den Autos hängt oder vom Gehweg nicht mehr runterkommt - bis die Ampel wieder rot ist. Ich finde, in der Saarstraße muss was geschehen, ein Fahrradweg muss her, mehr Kontrollen für die auf den Bürgersteigen parkenden Autos und einige der ausgewiesenen Parkplätze am Straßenrand sollten abgeschafft werden. Aber bis was passiert, müssen solche Unfälle wie heute aus der Zeitung wohl noch öfters passieren." Das Fahrrad wird ignoriertTetrapanax meint: "Das Fahrrad als Verkehrsmittel wird in Trier im Vergleich zum Autoverkehr nicht nur stiefmütterlich behandelt, sondern nahezu ignoriert. Es ist zum Heulen. Wer auch immer in Trier die Verkehrsplanung macht - es sind autofixierte Betonköpfe! Als ich in Trier-Süd gewohnt hatte, habe ich die Saarstraße mit dem Fahrrad gemieden und bin Schleich- und Umwege gefahren. Dabei musste ich auch gegen Einbahnstraßen fahren. Das war aber immer noch sicherer als mit dem Rad durch die Saarstraße."Kalter Wind entgegnet: "Mit einem separaten Radweg würde das Problem eher noch verschärft, da sich Radfahrer dann gänzlich außerhalb der Wahrnehmung von Autofahrern befänden, was sich vor allem beim Rechtsabbiegen katastrophal auswirkt. Und auch dem Problem, dass manche Fahrzeugführer unachtsam sind und beim Ausparken oder Türöffnen gerne auf den Schulterblick verzichten, lässt sich mit Radwegen nicht beikommen. Mir ist auf einem auf dem Gehweg angelegten, farblich abgesetzten Radstreifen in der Bollwerkstraße Richtung Römerbrücke letzteres auch schon passiert. Außer Prellungen und einer Handgelenksstauchung ist glücklicherweise nichts passiert - hätte aber auch schlimmer kommen können, weil ich knapp vor der Hauswand zum Liegen kam. Immerhin gab's Schmerzensgeld. Ich kann nur raten - gilt im übrigen generell - sich als Radfahrer nicht sklavisch an den rechten Fahrbahnrand zu kuscheln, sondern zirka einen Meter Abstand zum Straßenrand oder zu parkenden Autos zu lassen. Das ist erstens völlig in Einklang mit der StVO und lässt zweitens genügend Luft, um noch reagieren zu können." Tempo 30? Nein danke! Blogger tetrapanax amüsiert sich in über die Nicht-Einhaltung von Tempo-30-Zonen: "Wenn sich die alten Männer meines Stadtteils an einer bestimmten Stelle an einer Kurve versammeln, freut das mein Herz. Dann weiß ich: auf der anderen Straßenseite stehen mindestens zwei grüne Minnas und klauben die Deppen, die meinen, ein 30 km/h-Schild sei nur was für Weicheier, aus dem Verkehr. Die alten Männer freut es ebenfalls. Jedes angehaltene Auto wird kommentiert, besonderen Applaus finden unsere "Freunde und Helfer", wenn sie ein tiefergelegtes, komplett aus Basslautsprechern bestehendes Auto heraus gesammelt haben. Denn jeder Anwohner wird bestätigen können, dass genau solche Autos von ihren Fahrern garantiert (!) nicht mit 30 Stundenkilometern durch den Ort gelenkt werden. Eher sind es 50 km/h mehr. Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen. Für mich erstaunlich: Viele Frauen mit Kindern auf den Rücksitzen wurden ebenfalls angehalten. Wenn ich mal alt bin, freue ich mich darauf, die Tradition der alten Herren weiterzuführen. Und ich werde viele, viele bitterböse Kommentare abgeben!" Auch Dr. Hool macht seine Erfahrungen in der Bornewasserstraße: "Zu Spielstraßen oder Tempo-30-Zonen ist ja schon an anderen Stellen geschrieben worden. Scheint aber ein dankbares Thema zu sein. Vorgestern rollte ich wie jeden Tag gemütlich durch die Bornewasserstraße. Meine Seite war frei, links standen parkende Wagen. Ein PKW kam mir mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit entgegen und zwang mich zu einer Vollbremsung, als er an einem vor ihm parkenden Auto vorbeizog und mir dadurch fast in der Motorhaube hing. Reaktion des Fahrers? Gar keine. Hat ihn anscheinend überhaupt nicht interessiert. An einem anderen Tag: In der als Spielstraße ausgewiesenen Straße ist Schrittgeschwindigkeit angesagt. Ich fahre mit 14 km/h (deutlich zu schnell, ich geb's zu). Hinter mir sehe ich einen schwarzen Golf herankommen. Er kriecht mir fast in den Kofferraum und fährt etwa 20 Sekunden hinter mir her. Dann zieht er plötzlich links an mir vorbei und bläst wie ein Irrer die Straße hinunter." Verwirrende VerkehrsführungDr. Hool wundert sich über das richtige Abbiegen von der Römerbrücke und hat inzwischen einen Schwerpunkt seines Blogs auf den Trierer Verkehr gesetzt: "Kann mir irgendwer mal erklären, wie man von der Römerbrücke in Richtung Südallee richtig abbiegt? Wenn ich das richtig sehe, gibt es auf der Römerbrücke vor der Ampel zwei Spuren zum rechts abbiegen - diese führen dann auf vier Spuren: zwei Richtung St.-Barbara-Ufer und zwei Richtung Südallee. Aus meiner Sicht logisch ist doch, dass ich von der Ampel aus auf der rechten Spur Richtung St.-Barbara-Ufer fahren kann, von der linken auf die beiden Spuren Richtung Südallee. Jetzt ist mir aber schon oft beim Abbiegen fast jemand in die Seite gefahren, der von der rechten Abbiegespur auf der Römerbrücke einfach geradeaus auf die Spur Richtung Südallee gefahren ist. Wenn dieses Fahrverhalten legal wäre, könnte ich doch genau so gut von der linken Spur nach rechts auf's Barbaraufer abbiegen - und dann würde es da ja wohl regelmäßig rumsen." Wo geht's lang in der Lindenstraße? Die Lindenstraße kennt Dr. Hool sehr gut: "Wir befinden uns in der Lindenstraße an der Ampel Richtung Martinsufer/Kaiser-Wilhelm-Brücke. Ich stehe auf der durch gut erkennbare weiße Linien in drei Fahrspuren unterteilten Lindenstraße auf der linken Spur, Blinker links ist an. Auf der roten Ampel ist deutlich ein Pfeil nach links zu erkennen, ebenso auf der Fahrbahn selbst: breit und weiß. Die beiden anderen Spuren sind gekennzeichnet durch breite, weiße Pfeile, die geradeaus zeigen, Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke. So, jetzt wird's spannend. Die Ampel wird grün, ich fahre los, nach links, auf die Straße Martinsufer. Diese Straße hat zwei Fahrspuren, ich wähle die rechte. Und höre plötzlich, wie es hinter mir hupt. Ich drehe mich um und sehe hinter mir jemand wild gestikulieren. Der kam nämlich von der mittleren Lindenstraßenspur und meinte, mich zusammen hupen zu müssen, weil ich ihm ja vor die Front gefahren bin." Verkehrsregelung auf trierische ArtKalter Wind meint zu diesem Thema: "Wenn ich richtig unterrichtet bin, ist die linke Abbiegespur auf der Römerbrücke für die linke Abbiegespur Richtung Südallee vorgesehen, die rechte Abbiegespur auf der Römerbrücke sowohl für die beiden Spuren am Barbaraufer als auch für die rechte Abbiegespur Richtung Südallee. Weshalb das so ist, kann ich dir leider nicht erklären."Blogoloco resümiert: "Das Erstaunliche ist aber, dass trotz Verkehrsführung in der Lindenstraße anders gefahren wird und man umgehupt wird, wenn man richtig fährt. Und noch krasser ist's am Kaiserthermenkreisel. Allerdings interessanterweise nur an einer besonderen Stelle - nämlich wenn man aus der Ostallee kommend Richtung Mariahof auf der linken Spur fährt. Da fährt eigentlich mindestens jedes zweite mal einer von der rechten Spur noch Richtung Olewig. Obwohl durch Schilder geregelt! Und Blogoli setzt noch einen drauf: Mein Eindruck von Trier als Autostadt war schon immer der, dass man erst "Trierer" werden muss, das heißt im Zweifelsfalle wird hier gefahren, wie "wir immer schon gefahren sind" und nicht, wie die Verkehrsführung es vorsieht.