VERKEHR

Zum Bericht "Stadtvorstand gegen Moselaufstieg" (TV vom 9. Juni):

Meinung

Sehr eingeschränkter Nutzen
Mit diesem Artikel wurde endlich eine objektive Diskussionsgrundlage in das Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt. Durch das vom TV vorgestellte Zahlenmaterial wird klar, dass der oftmals propagierte Nutzen der Westumfahrung tatsächlich nur in sehr eingeschränktem Umfang vorhanden ist. Häufig als Begründung für die Westumfahrung angeführte Verkehrsprobleme - wie in der Bitburger und der Bonner Straße - vermag sie nicht zu lösen (minus 900 beziehungsweise minus 800 KFZ pro Tag). Sie ist auch nicht in der Lage, die Luxemburg-Anbindung für den Konzer Raum oder gar für Trier wesentlich zu verbessern, wie nun auch von Edeltrud Bayer (Landesbetrieb Mobilität) eingeräumt. Verblieben ist den Befürwortern das Argument, dass der Konzer und Saarburger Raum besser an das Bundesfernstraßennetz in nördlicher und östlicher Richtung angebunden würde. Zu dem wirtschaftlichen Nutzen einer verbesserten Anbindung existieren meines Wissens keine Untersuchungen. Dieser schwer abschätzbare Nutzen dürfte nicht imstande sein, die erwarteten Baukosten in Höhe von 49 Millionen Euro und die sonstigen Kosten wie die Mehrbelastung einer Ortsstraße in Zewen (plus 3500 KFZ pro Tag) und der B 419 in Wasserliesch, Oberbillig und Temmels (jeweils plus 1400 KFZ) sowie die Zerstörung eines Naherholungsgebietes für Igel und Zewen und eines ökologisch wertvollen Gebietes aufzuwiegen. Da Entscheidungsträger auf übergeordneter Ebene die Interessen aller Betroffenen berücksichtigen müssen, musste auch die neue Landesregierung zu diesem Abwägungsergebnis kommen. Dass Politiker aus den Räumen Konz und Saarburg bei ihrer Nutzen/Kosten-Abwägung auch zukünftig zu einem anderen Ergebnis als die Landesregierung kommen werden, ist zu erwarten, da die Kosten für die Westumfahrung schließlich auf Bundesebene, in Trier (Zewen) und in Igel anfallen. Nachdem das Gutachten nun im öffentlichen Diskurs angekommen ist, sollte es ihnen jedoch schwerfallen, ihre bisherigen Unterstützer weiterhin für ihr Anliegen zu mobilisieren. Michael Bösen, Igel

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