VERKEHR

Zum Artikel "5000 Blitzer und ein Brötchen - Anfangsbilanz der städtischen Tempokontrolleure" (TV vom 28. Januar) und weiteren Berichten über die Verkehrsüberwachung der Stadt Trier:

Nach meiner Kenntnis stehen die "Fallen" an Orten, wo die Kontrolle richtig Sinn macht. Zumindest auf dem Petrisberg ist eine Menge Unverbesserlicher mit ihren Boliden oft viel zu schnell unterwegs. "Freie Fahrt für freie Bürger" und "Abzocke" skandieren sie dann, wenn sie erwischt werden. Selbstverständlich haben sie freie Fahrt: In Tempo-30-Zonen halt bis 30 km/h und auf allen anderen Straßen 50 km/h beziehungsweise so schnell, wie eben erlaubt. Was sollen die Diskussionen über nicht begreifbare Geschwindigkeitsbegrenzungen? Daran halten und fertig - kostet nix. Auch nicht das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer. Ebenso ist der Vorwurf der Abzocke nicht nachvollziehbar. Der Stadt Trier war sicherlich klar, dass zunächst mit Sicherheit viel Geld in den Stadtsäckel fließt. Dies aber nur so lange, bis der letzte Raser begriffen hat und sich an die Vorgaben hält. In gar nicht allzu weiter Zukunft werden die Einnahmen zurückgehen und bestenfalls nur noch mit ortsfremden Rasern erzielt. Spätestens dann werden sich die ewigen Besserwisser darüber mokieren, dass die Geschwindigkeitsmessungen ein Zuschussgeschäft sind. Wenn wir alle uns dann etwas sicherer im öffentlichen Verkehr fühlen dürfen, soll es mir recht sein. Andreas Rump, Trier Die Straßenverkehrsordnung (StVO) wurde von weiterdenkenden Menschen erfunden, um uns allen ein geregeltes und sicheres Miteinander zu gewährleisten. Da sich die Herrschaften damals schon nicht sicher waren, dass sich alle daran halten würden, haben sie auch gleich entsprechende Sanktionen mit erfunden. Trotz Fahrschule und Führerscheinprüfung haben scheinbar viele bis heute nicht verstanden, was und wie da so manches gemeint ist. Da werden Straßenmarkierungen für missglückte Graffiti gehalten und Schilder für irgendwelche Comics, die einen selbst nichts angehen. Die Ge- und Verbote dienen dem Zweck der Sicherheit. Über manche kann man wohl diskutieren. Aber wenn sie da stehen, sind sie gültig, nicht nur tagsüber, sondern auch nachts und am Wochenende. In Ortschaften gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wenn ich hinter dem Lenkrad sitze, dann bediene ich die Pedale. Ich sehe die Schilder und Markierungen, und ich alleine entscheide, ob ich sie befolge oder ignoriere. Wenn ich geblitzt werde, kann ich niemandem außer mir selbst Vorwürfe machen oder die Verantwortung zuschieben. Dass es Kontrollen geben muss, kann niemand bestreiten. Dies belegen und begründen doch die Statistiken über Unfälle mit Verletzten und Toten, eben durch die Missachtung. Wenn eine Kommune wie Trier sich dazu entschließt, die Kontrollen in die eigene Hand zu nehmen, weil die Polizei überfordert ist, beruht das in erster Linie auf der Tatsache, dass die Verstöße überhandnehmen und anders nicht eingedämmt werden können. Wer da von Abzocke und Geldmacherei spricht, sollte vielleicht mal eine Fahrschule aufsuchen und einen Schnell- oder Auffrischungskurs in Verkehrsordnung belegen. Auch ich habe schon so manchen Spargroschen an diverse Stadtverwaltungen überwiesen. Eines habe ich aber daraus gelernt: Seit ich (überwiegend) nach StVO fahre, diene ich nicht nur der allgemeinen und meiner Sicherheit, sondern auch meinem Geldbeutel. Nötig wäre noch, an Ampeln Rotlichtblitzer zu installieren. Wolfgang Schlick, Ayl-Biebelhausen In der Tat ist festzustellen, dass nach Beginn der regelmäßigen Tempokontrollen in Trier wesentlich disziplinierter gefahren wird. Insofern haben die Kontrollen ihre Wirkung gezeigt. Ob man das nun als Abzocke betrachtet, muss jeder für sich selbst beurteilen. Es wäre auch zu begrüßen, wenn das ewige Überfahren der roten Ampel enger kontrolliert würde. Allerdings sollte sich auch der so disziplinierte Autofahrer mal an die eigene Nase fassen. Oft genug kommt es vor, dass sich der erste Fahrer an der grünen Ampel betont behäbig in Bewegung setzt, sodass nur einige wenige Fahrzeuge die Kreuzung bei Grün überqueren können. Und wenn es sich Autofahrer erlauben, mitten im dichten Verkehr mit Tempo 40 am Moselufer entlangzufahren und das Moseltal genießen, dann ist das ebenso rücksichtslos wie zu schnelles Fahren. Bei einwandfreien Verkehrsverhältnissen kann jeder das erlaubte Tempo ausschöpfen, auch das hat man in der Fahrschule gelernt. Vielleicht sollte die Polizei gelegentlich darauf mal ein Auge werfen. Für sehr viele ist das Fahren mit dem Auto kein Vergnügen, sondern tägliches Muss! Nicholas Illgen, Konz