VERKEHR

Zur Berichterstattung über die Übernahme der Tempokontrollen durch die Stadt Trier:

Es ist im Sinne der Kinderfreundlichkeit, des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit, wenn in Trier weniger gerast wird. Nach dem Willen der Grünen als Antragsteller und des Oberbürgermeisters soll künftig das städtische Ordnungsamt die Geschwindigkeit im Stadtgebiet überwachen und neue "Blitzer" aufstellen. Das alles wird die Stadt viel Geld kosten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Stadt die Landesaufgabe übernehmen soll, weil der rot-grünen Landesregierung auch wegen der Nürburgring-Affäre das Geld fehlt, um die Polizei so auszustatten, dass diese häufiger als bisher in Trier kontrollieren kann. Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) hatte noch im Dezember 2010 auf einen Antrag zur Einführung der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung erklärt, dass die Qualität der ganzheitlichen polizeilichen Verkehrsüberwachung durch eine städtische Geschwindigkeitsüberwachung nicht erreicht werden könne. Die Gründe lägen in den weitergehenden Rechten und Möglichkeiten polizeilicher Anhaltekommandos. Zudem sei der nahe Zeitbezug zwischen Verkehrsverstoß und Ahndung durch Polizeibeamte effizienter und wirkungsvoller als nachgesandte Anhörungsbogen der städtischen Ordnungsbehörde. Um so unverständlicher ist, dass der OB jetzt von seiner vernünftigen Haltung abgerückt ist. Er sollte sich dafür starkmachen, dass die Polizei verstärkt wird, um den Verkehr überwachen zu können. Unzweifelhaft wird auch in Trier oft zu schnell gefahren. Vor allem die Bewohner der Stadtteile, ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer würden sich über verbesserte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen freuen. Aber sind wir Bürger nicht auch selbst gefragt? Häufig sind es Anwohner benachbarter Quartiere, die zu schnell unterwegs sind. Es ist unser aller Verpflichtung, durch gutes Beispiel mitzuhelfen, die Einwohner so weit als möglich vor Lärm, Gestank und nicht zuletzt vor Unfallrisiken zu schützen. Angesichts der katastrophalen städtischen Finanzlage halte ich es für unverantwortlich, dass die Stadt Ausfallbürge für das Land spielen soll. Doris Steinbach, Trier