Straßenverkehr Verkehrssituation und Anwohnerparken: Gartenfeld bleibt Problemfeld

Trier-Mitte/Gartenfeld · Das Thema Verkehrskonzept und Anwohnerparken ist im Osten der Stadt ein schwieriges: Der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld und die Stadtverwaltung finden nach wie vor keine gemeinsame Lösung.

 Viel Blech auf engen Straßen: Im Gartenfeld (hier die Kronprinzenstraße) ist der knappe Parkraum ein Dauerthema.

Viel Blech auf engen Straßen: Im Gartenfeld (hier die Kronprinzenstraße) ist der knappe Parkraum ein Dauerthema.

Foto: TV/Friedhelm Knopp

„Wir drehen uns weiter im Kreis und sind keinen Schritt weiter“, lautet das resignierte Fazit von Ortsbeiratsmitglied Dorothee Bohr nach fast zweistündiger Aussprache mit Manfred Rosenkränzer vom Ordnungsamt und Wilko Kannenberger vom Stadtplanungsamt. Die städtischen Mitarbeiter waren gekommen, um die Antwort der Verwaltung auf ein zwölf Punkte umfassendes Konzeptpapier des Ortsbeirats zu überbringen. Doch von den Vorschlägen des gewählten Gremiums war nach einjähriger Bearbeitung im Rathaus nicht mehr viel zu erkennen. Ob Straßenumgestaltung, Bewohnerparkzonen, Radwege, Zonen mit wechselseitigem (alternierendem) Parken, Poller gegen Bürgersteigparken oder Tempokontrollen – die meisten Vorschläge wurden von der Verwaltung als „so nicht machbar“ eingestuft. Grund seien die besonderen örtlichen Verhältnisse.

Auch dem Ortsbeirat ist bewusst, dass das enge und verwinkelte Gartenfeld ein besonderes Terrain darstellt und nicht einfach mit anderen Stadtteilen vergleichbar ist. Schon viele Stunden hatte das Gremium in den vergangenen Jahren im Café Momo getagt und sich über das Verkehrsproblem den Kopf zerbrochen. Die jüngste Sitzung des Beirats im Momo war somit nur eine weitere von vielen.

Was viele Gartenfelder besonders beschäftigt, ist die Frage, warum sie noch immer keine Anwohnerparkzonen haben. Die Antwort der Verwaltung klingt kurz wie einleuchtend und ist für die Betroffenen ärgerlich: „Bewohnerparkzonen sind bei der derzeitigen baulichen Situation nicht möglich, da der Bedarf größer ist als die vorhandene Fläche.“ Weitere Dämpfer gab es auch zu anderen Vorschlägen: Radwege können nicht angelegt werden, weil dann die Fahrbahnbreite den Vorschriften nicht mehr entspricht, rechtlich sichere Tempokontrollen sind in den engen Straßen technisch nicht möglich, wechselseitiges Parken geht wegen der Enge nur auf wenigen Abschnitten. Möglich ist im Zuge von Straßensanierungen die Absenkung der Gehwege auf Fahrbahnniveau, hilft aber laut Verwaltung nichts gegen Falschparken. Und die konsequente Ahndung von Falschparkern sei auch problematisch, denn „die Sanktion jedes verbotswidrigen Parkens führt zur Reduzierung bislang genutzter Stellflächen“. Wegen des hohen Stellplatzbedarfs sei ein „bestimmtes Parkverhalten nach dem Opportunitätsprinzip abzuwägen und gegebenenfalls zu tolerieren“.

Als langfristig vorstellbar sieht die Verwaltung den Bau einer vom Beirat vorgeschlagenen Quartiersgarage bei der Sparkasse. Und die gewünschte Fuß- und Radwegverbindung von der Güterstraße zum Hauptbahnhof soll nach Angaben der Stadt schon 2018 in die Planung gehen. Am Ende blieb der Ortsbeirat eher ratlos zurück. Ortsvorsteher Dominik Heinrich: „Zwei Bürgerbeteiligungen im Gartenfeld hatten bei den Bewohnern große Erwartungen erweckt. Ein Jahr lang haben wir auf die Antwort auf unser Konzept gewartet. Sollen wir nun dieses Ergebnis einfach zur Kenntnis nehmen?“ Am Ende verabschiedete der Rat die städtischen Mitarbeiter mit dem Beschluss, dass man die Sache so nicht hinnehmen werde und zunächst eine konkrete Stellungnahme vorbereiten wolle.