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Verkürzte Zahlungsfrist ärgert Studenten

Verkürzte Zahlungsfrist ärgert Studenten

Stichtag 6. Februar: Weil die Studierenden der Universität erst diese Woche erfuhren, dass sie sich schon Anfang kommenden Monats für das Sommersemester zurückmelden müssen, gibt es Ärger auf dem Campus. Die Hochschule begründet die verkürzte Frist mit der Umstellung auf ein neues Datensystem.

Trier. "Noch genau einen Monat läuft die Rückmeldung für das Sommersemester. Am besten gleich erledigen. Wichtig: Der Termin - 6. Februar - gilt dieses Mal für zulassungsfreie und zulassungsbeschränkte Fächer gleichermaßen!", teilte die Pressestelle der Universität am Dienstag über ihre Facebook-Seite mit. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: "An der Sache ist etwas megafaul", mutmaßt eine Studentin. "Liquidität scheint ja grade nicht so toll bei der Uni zu sein", spekuliert ein Kommilitone. Ein anderer Hochschüler spottete im sozialen Netzwerk: "Wir sind alle reich und können auch schon fürs Sommersemester 2220 bezahlen."
Noch schreiben wir das Jahr 2015, doch werden die aktuell rund 15 000 eingeschriebenen Studenten tatsächlich früher zur Kasse gebeten. Reichte es für Studierende nicht zulassungsbeschränkter Fächer bislang aus, sich gleich zu Beginn des Sommersemesters zurückzumelden und auch erst dann den Semesterbeitrag (siehe Extra) zu zahlen, wird beides nun gut zwei Monate früher fällig. Schuld sind indes weder angebliche Liquiditätsengpässe noch scheint der Vorgang "megafaul" zu sein. Vielmehr ist "Porta" verantwortlich für den vorgezogenen Termin, erklärt die Uni-Pressestelle am Mittwoch auf Anfrage gegenüber dem TV.
Porta heißt das neue integrierte Campus-Management-System, das in der vorlesungsfreien Zeit zwischen dem noch andauernden Wintersemester und dem anstehenden Sommersemester das bisherige System LSF ersetzen soll. "Dazu muss LSF ab dem 13. März bis zum 7. April komplett vom Netz genommen werden", erläutert ein Sprecher der Uni. Die Rückmeldefrist ende am 6. Februar, "damit bis zur Abschaltung von LSF am 13. März alle Rückmeldungen einschließlich möglicher Widerspruchsverfahren bearbeitet sind und verbindlich vorgegebene Fristen und Termine eingehalten werden können", ergänzt er.
Der Hintergrund: Wer sich nicht rechtzeitig zurückmeldet, wird exmatrikuliert, verliert also seinen Studentenstatus. Pro Semester kommt es im Schnitt zu 800 bis 1000 solcher Zwangsexmatrikulationen, wobei die weitaus meisten mit diesem Vorgehen einverstanden sind; sei es, weil sie ihr Studium im vorangegangenen Semester erfolgreich abgeschlossen haben oder sie sich ohne Abschluss vom Campus verabschieden. Laut Uni nutzen jedoch auch etwa 150 unfreiwillig Exmatrikulierte die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.
Wenn es einen plausiblen Grund für die Vorverlegung der Rückmeldefrist gibt, warum dann die späte und zunächst unzureichende Information? "Nachdem die letzten Tests zur Einführung des neuen Systems kurz vor Weihnachten positiv verlaufen sind, wurde der Countdown zur Umstellung schnellstmöglich gestartet. Dazu gehört auch die Bekanntgabe der verkürzten Rückmeldefrist", teilt die Pressestelle gegenüber dem TV mit. Auch die Zentrale Studienberatung reagiert am Mittwoch und liefert auf der Uni-Homepage die Erklärung für die verkürzte Frist nach. Eine direkte Info an Studierende per Rundmail soll noch folgen.
Die neue Frist dürfte etliche vor Probleme stellen. Schließlich sind rund 230 Euro Semesterbeitrag für viele kein Pappenstiel. Die Studierenden hatten diese Ausgabe erst für März oder April eingeplant. Auch Hochschüler, die aus welchen Gründen auch immer Anfang Februar noch nicht wissen, ob sie ihr Studium im Sommersemester fortsetzen, könnten in die Bredouille kommen. mstExtra

Wer studiert, muss einen Semesterbeitrag zahlt. Wie der Name schon sagt, wird dieser pro Semester fällig. An der Universität Trier müssen die Studierenden aktuell 227,80 Euro zahlen. Ist ein neuer Studienausweis notwendig, kommen zehn Euro hinzu. Das Gros des Semesterbeitrags fließt an das Studierendenwerk (89 Euro) sowie das Semesterticket (126,80 Euro). Letzteres berechtigt die Inhaber eines Studienausweises, ein halbes Jahr lang sämtliche Buslinien im Bereich des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) sowie alle Züge von Trier etwa nach Koblenz, Jünkerath in der Eifel, Saarbrücken, Igel und Perl an der Obermosel zu nutzen. Die verbleibenden 12 Euro des Semesterbeitrags gehen an den Asta. Kein Geld erhält derweil die Universität, weshalb sich mit der früheren Zahlung des Semesterbeitrags keine etwaigen Liquiditätsengpässe der Hochschule überbrücken ließen. mst