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Verlierer landen im Staub der Arena

Verlierer landen im Staub der Arena

Wenn die römischen Legionen wieder exerzieren, die Gladiatoren im Sand der Arena um Ehre und Leben kämpfen und das Volk den Sieger bejubelt, dann läuft in Trier das Spektakel Brot und Spiele. 17 000 Zuschauer waren bisher mit dabei, am nächsten Wochenende geht es weiter.

Trier. Mit einem hässlichen Krachen schlägt der Gladiator seinen Schild zum Helm des Gegners. Ein harter Schlag. Der Kontrahent geht zu Boden und kniet im Sand der Arena. Die Zuschauer im Amphitheater kennen Szenen wie diese und mögen sie sehr, lautstark bejubeln sie den Sieger. Die Kämpfer des Mailänder Instituts Ars Dimicandi sind seit der Premiere von Brot und Spiele vor zehn Jahren eine der tragenden Säulen des Römerspektakels. Sie deuten ihre Schläge nicht nur an, sondern ziehen sie durch. Ein paar Blessuren gibt es immer.
Wer sich Brot und Spiele ansieht, weiß mittlerweile, was ihn erwartet, denn die Grundelemente bleiben immer gleich. Um die im Amphitheater kämpfenden Gladiatoren bastelt Stammautor Alexander Etzel-Ragusa eine Geschichte, die immer gut ins ARD-Vorabendprogramm passen würde. Es geht um Macht, Intrigen, Mut und Niedertracht. Zum dritten Mal spielt Jan Krüger den verzogenen Kaisersohn Commodus, der auch gerne in der Arena als Gladiator Herkules antritt. Zum zweiten Mal ist Katy Karrenbauer dabei, dieses Mal allerdings nicht mehr als Amazonenkönigin, sondern als Gattin des verstorbenen Imperators Marc Aurel. Zum ersten Mal spielt der Lindenstraße-Darsteller und Bühnenprofi Thorsten Nindel mit und bringt als Feldherr Avidius Cassius eine Brise frischen Wind ins Amphitheater. Doch auch diese reicht nicht für eine ausverkaufte Arena. So blieb in der Samstagsnachmittagsvorstellung trotz schönen Wetters rund ein Drittel der Plätze frei.
Während im Amphitheater das Stück "Herkules und die Macht des Bösen" läuft, bieten die Kaiserthermen ihr kindgerechtes und auf Staunen und Mitmachen ausgerichtetes Szenario des römischen Lebens mit dem Handwerkermarkt Vicus und exerzierenden Legionären. Wer es historisch korrekter mag, spaziert ins nebenan gelegene Landesmuseum, das Brot und Spiele interessant und thematisch passend ergänzt. Die nicht unbedingt auf die alten Römer, aber auf Musik und Party ausgerichteten Nachtschwärmer finden in der Römerlounge DJs wie Andy B. Jones und stürzen sich in die Mystische Nacht.
17 000 Zuschauer des Römerspektakels meldet die Medienfabrik für das erste der beiden Wochenenden. Im vergangenen Jahr wurde für Amphitheater und Kaiserthermen insgesamt 16 900 Tickets verkauft.
"Herkules und die Macht des Bösen" wird am Samstag, 8. September, um 15 und 19 Uhr wieder aufgeführt.