Vermeintlich heimliche Notizen

Vermeintlich heimliche Notizen

Trier. (woc) Erhebliche Verwirrung hat bei der jüngsten Sitzung des städtischen Dezernatsausschusses IV über die Anwesenheit einer Mitarbeiterin des Dezernats I geherrscht. Zwar habe die Frau schon seit längerem den Bauausschuss regelmäßig besucht.

"Aber dass sie sich immer so eifrig Notizen macht, hat uns irgendwann gewundert", berichtet ein CDUler. Schließlich gäbe es ein offizielles Sitzungsprotokoll, das allen Ämtern zugänglich sei. Die Christdemokraten hakten nach TV-Infos in der Sitzung nach, Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani - ebenfalls CDU - verwies die Angestellte des Nachbardezernats schließlich des Raums.

Weil die Dame den Ausschuss nicht über ihre Absichten informiert habe, spricht die CDU von einem "heimlichen Protokoll". Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD), der dass Dezernat I leitet, hält dagegen: Das Stadtentwicklungsamt, dem die Mitarbeiterin angehört, sei ein dezernatsübergreifendes Amt, das seit über 20 Jahren zu den Sitzungen der anderen Dezernate eingeladen werde. "Das ist den Dezernenten auch bekannt", erklärt Jensen. Zudem habe die Mitarbeiterin "selbstverständlich kein Protokoll geführt", mache sich aber Notizen zu Themen, die auch das Stadtentwicklungsamt beträfen.

Die CDU regt sich dennoch über die angeblich umfangreichen Mitschriften auf. Spekulieren, warum das Dezernat I so großes Interesse an den Wortmeldungen der Ausschussmitglieder des Dezernats IV hat, will Fraktionschef Berti Adams nicht. "Aber wir wollen schon gerne vom OB wissen, was es damit auf sich hat", kündigt Adams eine kurzfristige mündliche Anfrage in der heutigen Stadtratssitzung an.

Mehr von Volksfreund