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Verpackungswerk nicht von Pappe

Verpackungswerk nicht von Pappe

Auf dem Gelände des Industrieparks Region Trier (IRT) Föhren fiel am Donnerstag der offizielle Startschuss für die bisher größte Einzelansiedlung in der Geschichte dieses Industriegeländes. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich feierte das in Mayen ansässige Familienunternehmen Brohl Wellpappe Display + Verpackung GmbH den Baubeginn seiner neuen Produktionsstätte, die den bisherigen Standort Trier ersetzen wird.

Föhren. Das mit 18 Millionen Euro veranschlagte Neubauprojekt war erforderlich, da die bisherige Produktionsstätte am Trierer Grüneberg aufgrund ihrer Lage keine Ausweitung und Produktionsoptimierung mehr zuließ. Am 31. Dezember dieses Jahres soll das neue Verpackungswerk in Föhren "schlüsselfertig" übergeben werden.

Zum ersten Spatenstich wurden auf dem IRT zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik - darunter auch Wirtschaftsminister Hendrik Hering - willkommen geheißen. Nach ihren Grußworten erläuterten die Geschäftsführer und Firmeninhaber Maximilian und Detlef Boltersdorf die Firmengeschichte und die Vorgeschichte des Projekts.

Auch Luxemburg war als Standort im Gespräch



Maximilian Boltersdorf hob hervor, dass das neue Werk ursprünglich in Luxemburg hatte entstehen sollen: Letztlich habe aber der IRT Föhren den Zuschlag erhalten. Dabei ausschlaggebend: die hervorragende Infrastruktur des IRT mitsamt dem angebundenen Flugplatz, die direkte A-1-Anbindung und die gute Erreichbarkeit für die rund 160 Trierer Brohl-Mitarbeiter.

Ein besonderes Lob zollten die Unternehmer dem hervorragenden Projektmanagement und der umfangreichen Unterstützung durch die IRT GmbH, allen voran deren Geschäftsführern Lothar Weiß und Reinhard Müller.

Die Geschichte des über 230 Jahre alten Familien-Unternehmens, das inzwischen in der siebten Generation geführt wird, skizzierte Maximilian Boltersdorf.

Sein Bruder Detlef Boltersdorf erläuterte die Eckdaten des Neubauprojekts: Auf einer Grundfläche von 62 000 Quadratmetern entstehen Produktions- und Lagerflächen von 20 000 Quadratmetern Umfang sowie ein zweigeschossiges Bürogebäude mit 1500 Quadratmetern Grundfläche. Boltersdorf: "Durch die Vorteile des neuen Standorts gehen wir von einer 25-prozentigen Produktionssteigerung aus."

Wirtschaftsminister Hendrik Hering sah in dem Projekt ein positives Zeichen in einer Zeit, in der "viele am liebsten nur von ,der Krise' reden". Hering: "Unsere Unterstützung bei der Erschließung des gesamten Areals trägt Früchte."

IRT-Verbandsvorsteher Günther Schartz, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, wies auf die rekordverdächtige Zeit hin, in der Planung, Erschließung und Genehmigungsverfahren bis zur Baureife hätten realisiert werden können. Dies alles sei im Einvernehmen mit der Stadt Trier, die ebenfalls dem IRT-Zweckverband angehöre, geschehen. Anschließend begaben sich Gäste und Gastgeber zum symbolischen Spatenstich auf die Großbaustelle an der L 141.

Meinung

Ein Vertrauensbeweis

Im Industriepark Föhren (IRT) waren Feiern nach Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen in jüngster Zeit nicht gerade eine Seltenheit. Der leichte Hauch von Dornröschenschlaf, der einige Jahre über dem Areal schwebte, ist verflogen. Auch wenn durch den Brohl-Umzug von Trier nach Föhren keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden - für den IRT bedeutet die Werks-Umsiedlung den großen Wurf. Wenn ein Unternehmen dort 18 Millionen Euro "auf der grünen Wiese" investiert, wird damit ein Zeichen gesetzt, das auch andere Branchen aufhorchen lässt. Eine Investition dieses Ausmaßes ist ein Vertrauensbeweis für den Standort an der A 1, durch den die Grenze zweier Landkreise hindurchführt. f.knopp@volksfreund.deExtra Die Unternehmensgruppe Brohl bietet ein auf Kundenwünsche zugeschnittenes Sortiment an bedruckten Verpackungen und Präsentations-Aufsteller (Displays). Produziert wird für die Nahrungsmittel- und Elektronikindustrie sowie für weitere Branchen. Brohl-Produktions-Standorte gibt es in Mayen (Stammsitz), Trier (demnächst Föhren), Niederzier bei Düren und Sinn-Fleisbach bei Herborn. 2008 erzielte die Gruppe mit durchschnittlich 560 Mitarbeitern einen Umsatz von 93 Millionen Euro. (f.k.)