Versteckte Botschaften am Bauzaun

Versteckte Botschaften am Bauzaun

14 jungen Künstlern aus der Region Trier hat die Ausstellung KunstRasen erneut ein Forum geboten. Bereits zum dritten Mal konnten Besucher auf Einladung des Vereins Lebendig in den Moselauen in Trier Nord moderne Kunstwerke bewundern. Die Veranstaltung wurde über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse des AstA der Universität Trier und der Jugendherberge finanziert.

Trier. "Es geht uns im Verein darum, gerade für unbekannte und regionale Künstler eine Plattform zu schaffen", erklärte Ka-trin Landgraf, Mitbegründerin des Vereins Lebendig. Seit 2009 gibt es den Verein, der kreativen Köpfen und noch unbekannten Künstlern in der Stadt eine Plattform bieten möchte.
Bereits zum dritten Mal haben die Mitglieder jetzt unter dem Motto "KunstRasen" zur Ausstellung ans Moselufer eingeladen. Aufgehängt an Bauzäunen inmitten der grünen Auen-Landschaft konnten die Besucher an zwei Tagen die Werke von 14 lokalen Kunstschaffenden bestaunen.
"Diesmal waren vor allem viele Fotokünstler dabei", stellte Landgraf fest. Neben den Fotografien wurden aber auch einige Acryl- und Aquarellgemälde sowie die Werke einer Grafik-Künstlerin gezeigt.
Einer der Aussteller war der Fotograf und Künstler Philipp Baumbach. Seine Fotografien konfrontieren den Betrachter auf apokalyptisch-romantische Weise mit der Dramatik von Vergänglichkeit. So zeigt eines seiner Werke drei Vogelskelette auf einer Fensterbank. Ihre Köpfe sind mit dem Blick nach draußen gedreht, als ob sie sich nach Freiheit sehnten. "Da ist nichts gefälscht", merkt der Künstler an. Er fotografiert, was er findet.
Jeder erfindet seine Geschichte


Die Lehramtsstudentin Veronika Batzdorfer vertritt eine Kunst der versteckten Botschaften. Sie kombiniert die Kunst der Collage mit der Fotografie. "Meine Kunst ist an die postmoderne Theorie angelehnt, dass man sich niemals zu hundert Prozent einer Bedeutung sicher sein kann. Als Betrachter konstruiert man zu einem Bild immer seine eigene Geschichte. Ich habe auch etwas konstruiert, und zwar meine eigene kleine Geschichte", sagt sie und lächelt ein wenig verlegen.
Für die Besucher gab es auch Gelegenheit, an einem Tisch mitten in der Ausstellung selbst kreativ zu werden. Der dreijährige Jona übte sich im Kreativzelt an der hohen Form der Malkunst.
Die Kunstrasen-Ausstellung in den Moselauen ist aber nicht ein guter Treffpunkt für Kunstinteressierte. Auch die musikalische Untermalung war gut durchdacht. Landgraf: "Wir wollten ein interkulturelles Flair schaffen."
DJs und Livebands sorgten für die passenden Beats. Elektronische Musik, Folk-Pop auf Deutsch und Spanisch, Roots und Dub-Musik und eine Klavier-Jazz-Improvisation rundeten die Veranstaltung ab. mur

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