Verwechslung ausgeschlossen

Groß war das Interesse und positiv die Resonanz der vielen Besucher, die sich beim informativen Tag der offenen Tür in der Meulenwaldschule in Schweich über Angebot, Methodik, Ziele und Förderschwerpunkte informierten und Einblick in die gezielte Vorbereitung auf das Berufsleben erhielten.

Manuel, 15 Jahre, bereitet am Tag der offenen Tür eine gefräste Holzplatte für die Bohrung vor. TV-Foto: Sandra Blass-Naisar

Schweich. "Obwohl es unsere Schule in der Isseler Straße, gleich neben der Grundschule gelegen, seit über 30 Jahren gibt, wissen selbst Einheimische immer noch nicht recht, was wir hier überhaupt machen", sagt Schulleiter Heinz Wegmann im Gespräch mit dem TV. "Viele verwechseln uns mit der Levana-Schule, die ihren Schwerpunkt auf die ganzheitliche Entwicklung geistig behinderter Kinder legt. Wir in der Meulenwaldschule nehmen dagegen Schüler auf, die in einer allgemeinen Schule keine Lernfortschritte zeigen und die einer individuellen Hilfestellung bedürfen."

Vorbereitung auf das Berufsleben



Die Besucher beim Tag der offenen Tür erfahren, dass das Konzept der Schule auf zwei Säulen steht: Zum einen gibt es den Förderbereich Lernen bis zum 9. Schuljahr, der sehr umfangreich und differenziert im Vormittags- und Nachmittags-Angebot auf das Berufsleben vorbereitet.

Zum anderen gibt es den Förderbereich Sprache für Kinder mit erheblichen sprachlichen Entwicklungsverzögerungen, die maximal zwei Jahre nach dem Lehrplan der Grundschule unterrichtet und im dritten Schuljahr in die Grundschule rückgeschult werden. "Die meisten Kinder kommen mit sechs Jahren zu uns, nachdem die Defizite im Kindergarten, spätestens aber bei der Einschulung, offensichtlich werden", erläutert der Schulleiter und nennt kommunikationsfördernde Erziehungs- und Unterrichtssituationen sowie die Wortschatzerweiterung und Begriffsbildung als Förderschwerpunkte.

"Immer noch bereitet es vielen Eltern große Schwierigkeiten, ihr Kind bei uns anzumelden", sagt Wegmann. Falscher Ehrgeiz und abwegiges Prestigedenken seien häufig die Ursache, dass überfordernde schulische Bedingungen ignoriert würden. Das aber führt bei Grund- und Hauptschulschülern zu ständiger Überforderung und Frustration.

"Im harten Wettbewerb um Arbeits- und Ausbildungsplätze werden die jahrelang ignorierten Lernschwächen zum existenziellen Problem. Und damit das nicht traurige Wirklichkeit wird, arbeiten wir in der Meulenwaldschule ganz individuell an den verschiedenen Schwächen."

Die unterschiedlichen Vor- und Aufführungen der Kinder beim Tag der offenen Tür zeugen von den vielfältigen Fördermöglichkeiten.

So ernten die Kleinen viel Beifall für die Aufführungen einer herbstlichen Klanggeschichte, liebevoll einstudierter Singspiele und kleiner Theaterstücke.

Vielfältige Fördermöglichkeiten



Die Großen kümmern sich im Werkraum um hölzerne Namensschilder für die Klassendienste. Maik, 14 Jahre, programmiert am Computer die Fräse, um die einzelnen Buchstaben herauszuarbeiten. Michelle, 14, bevorzugt den Werkstoff Metall und sagt, dass sie am liebsten mal Verkäuferin werden wolle.

Katja, 15 Jahre, schwärmt vom selbst gemachten Holzwürfel mit Metall-Augen, der zuhause auf ihrem Schreibtisch steht. Und Marcel, 15, der gerade eine Holzplatte anbohrt, um die Buchstaben aufzumontieren, bringt auf den Punkt, was viele Besucher als Botschaft nach dem Tag der offenen Tür mit nach Hause nahmen: "Es ist schon toll, was wir hier alles machen können."