Very stürmischer Auftritt

NEWEL. An turbulenten Szenen hat es nicht gemangelt – und genau das war es, was die Zuschauer beim Bauerntheater in Newel erleben wollten. Rund 400 Besucher erfreuten sich der Geschichte von dem gestohlenen Stinkerkäs’. Vorgestellt wurde auch das neue Prinzenpaar.

Bedauernswerte (Ehe-)männer: Jupp Hämmerle (Josef Schönhofen) hat nur in seiner Schreinerwerkstatt was zu "bestellen", und Busenfreund Dorfpolizist Siegmund Eiferling (Lucien Biasini) nur im Dienst. Sobald ihre resoluten Ehefrauen Pauline Hämmerle (Vera Mohn) und Klara Eiferling (Helene Schuhmacher) auftauchen, sind die beiden Ehemänner "kusch". Peinliche Beweismittel

Um diese zu maßregeln, haben ihre besseren Hälften die Prügelstrafe eingeführt und machen davon rigoros Gebrauch, wenn's sein muss. Erst recht nach einer durchzechten Nacht während einer Weihnachtsfeier des Gemischten Chors, bei der auch Schreiner-Sohn Frank (Michael Zeimetz) über die Stränge geschlagen hat, obwohl er doch mit Evi Häberle ("Meine Evi, Schatzi, Bobbes") liiert ist. Fatal für alle: Am Morgen danach kann sich keiner mehr an die nächtlichen Geschehnisse erinnern, "so besoffen waren wir". Die beiden älteren Semester vermissen zudem persönliche Sachen - Beweismittel, die peinlich werden können für die Betreffenden, zumal sich das Ganze im Schlafgemach der Pfarrhaushälterin Eugenie Schlotterbeck (Erna Scheuern) abgespielt hat. Die vermisst seither ein Päckchen Stinkerkäs'. Und so wurde eine "unglaubliche Geschichte" (so der Titel) daraus. Der Verdacht, kräftig mitgemischt zu haben, fällt schnell auf Chor-Dirigent Hugo Häberle (Dirk Heinen), bei dem man tatsächlich den Stinkerkäs' findet. Bei so viel Hin und Her behalten nur die Zwillinge Evi und Tina Häberle (die Doppelrolle spielt Eva Mohn) den Überblick. Tina (mit vortrefflichem amerikanischen Slang) schlägt Kapital aus der peinlichen Situation, in dem sie bei den Hauptbeschuldigten ("waren very stürmisch") kräftig abkassiert. "Reden ist silber, schweigen ist teuer", lautet ihre Devise. Nachdem sich am Ende des lustigen Dreiakters, der immer wieder von spontanem Szenenapplaus und herzerfrischenden Lachern begleitet wird, im Gemeindehaus alles aufklärt, kehrt allmählich Ruhe ein und jeder hat beim Happy End den anderen anderen wieder lieb. Das Besondere am Neweler Laienschauspiel: Einen speziellen Regisseur gibt es nicht, vielmehr bringen sich die Darsteller selbst ein bei dieser Aufgabe (wie auch beim Bühnenbild). Traditionell eröffnet der veranstaltende Karnevalsverein Newel (besteht 33 Jahre) die neue (Jubiläums-)Session. Beim neuen Prinzenpaar hielt man nicht lange hinterm Berg: Das Zepter schwingen werden (Proklamation bei der ersten Kappensitzung am 27. Januar) Michael Zeimetz und Melanie Fischbach. Am Theater-Erfolg beteiligt waren Annelie Streit (Souffleuse), Daniel Moos, Fabian Hank (Technik) und Josiane Steinert, Melanie Kimmlingen (Maske).