Verzögerung und Verteuerung: RWE macht Stadtwerken Angebot

Verzögerung und Verteuerung: RWE macht Stadtwerken Angebot

Der Stromriese RWE hat den Stadtwerken Trier (SWT) am Donnerstag ein Angebot in Millionenhöhe unterbreitet. Damit soll ein Teil des Verlusts, der den Stadtwerken durch die Verzögerung und Verteuerung beim Bau des Kohlekraftwerks Gekko im nordrhein-westfälischen Hamm entsteht (der TV berichtete), ausgeglichen werden.

"Wir wissen noch nicht, ob wir das Angebot in dieser Form annehmen", erklärte SWT-Vertriebsleiter Matthias Sommer dazu am Freitag auf TV-Anfrage. Am Montag wollen sich die Stadtwerke mit dem Trierer Oberbürgermeister und SWT-Aufsichtsratvorsitzenden Klaus Jensen besprechen. Auch mit dem Stadtrat müssen die Modalitäten geklärt werden. "Bis zum 24. November müssen wir entscheiden, ob wir die Ausgleichszahlung annehmen oder nicht", sagt Sommer.
Am Bau des Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle (Gekko) sind neben der RWE als Hauptgesellschafter 25 Stadtwerke beteiligt. Die SWT Trier haben 12,5 Millionen in den Bau investiert und sich damit einen Anteil von zehn Megawatt Strom pro Jahr gesichert. Doch der Bau des Kraftwerks verzögert sich: Statt Anfang 2012 soll das Kraftwerk erst 2013 ans Netz gehen. Die Bausumme ist von zwei Milliarden Euro auf 2,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Stadtwerke rechnen mit Verlusten in Millionenhöhe.
Die Grünen wollen in der Stadtratssitzung am Donnerstag kommender Woche beantragen, dass die Stadtwerke ihre Gekko-Anteile "gewinnbringend veräußern sollen". Rechtlich ist das möglich. Dass unter den gegebenen Umständen allerdings dabei ein Gewinn erzielt werden kann, ist zweifelhaft. woc

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