VG Schweich noch mehr unter Strom
Schweich · In der jüngsten Sitzung befürwortete der Verbandsgemeinderat Schweich nicht nur den Neubau der Ganztagsschule (der TV berichtete), er möchte auch ein Elektrofahrzeug für die Verwaltung anschaffen und Windräder in Moselgemeinden ermöglichen.
Schweich. Die Verbandsgemeinde (VG) Schweich nimmt bei der Erzeugung regenerativer Energien landesweit den Spitzenplatz ein. Die installierte Gesamtleistung aller Solar-, Wind- und Wasserkraftwerke beträgt rund 91 Megawatt, das ist etwa doppelt so viel wie der Eigenbedarf der VG mit ihren rund 24 600 Einwohnern. Einer solchen VG stünde auch ein Elektrofahrzeug gut zu Gesicht, sagte Bürgermeister Berthold Biwer jüngst im Verbandsgemeinderat und empfahl dem Rat, einen Citroën C-Zero zu leasen. Das fünf Monate alte Fahrzeug ist Teil des Projekts "Elektromobilität im Städtenetz Konz-Trier-Schweich". Einstimmig sprach sich der Rat für die Anschaffung des stromgetriebenen Fahrzeugs aus. Es soll in den kommenden drei Jahren rund 26 000 Euro kosten, wovon die Stadtwerke Trier knapp 11 000 Euro über Leasinggebühren tragen. Mitarbeiter der VG-Verwaltung sollen den geräumigen Viersitzer (Reichweite rund 150 Kilometer) für Dienstfahrten nutzen.
Erst vor wenigen Tagen hatte die RWE der Verwaltung zwei Elektro-Fahrräder (E-Bikes) und zwei Bike-Ladestationen zur Verfügung gestellt. Die Strom-Tankstellen werden unmittelbar neben der KFZ-Ladesäule am Rathaus sowie vor der Tourist-Information in der Brückenstraße 46 aufgestellt. Künftig können dort gleichzeitig mehrere Fahrrad-Akkus kostenlos aufgeladen werden. Bei den Rädern handelt es sich um sogenannte Pedelecs, bei denen der Elektromotor nur anspringt, wenn man in die Pedale tritt. Über einen Hebel am Lenker wird der Motor in vier Stufen zugeschaltet. Das Fahren ist ohne Führerschein möglich. Die neuen Bikes werden dienstlich genutzt, sollen aber auch Bürgern der Verbandsgemeinde, die eine Anschaffung der etwa 1000 bis 2000 Euro teuren Räder erwägen, zu Testzwecken zur Verfügung gestellt werden.
Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Schweich düsen zwar (noch) nicht mit Elek trofahrzeugen zu ihren Einsätzen, nichtsdestotrotz sollen sie beste Voraussetzungen haben, um auch in Zukunft ihren Job auf leistungsmäßig hohem Niveau zu erledigen. Deshalb zögerten die Räte auch keine Sekunde, das von der Wehrleitung erarbeitete Feuerwehr-Entwicklungskonzept zu loben und schließlich zu verabschieden. Auf der Grundlage dieses Konzeptes sind für 2011 folgende Maßnahmen geplant: Weiterverwertung der Anhängeleitern aus den ehemaligen Standorten Leiwen und Bekond, die Verwertung überzähliger Tragkraftspritzenanhänger (TSA) und Schlauchanhänger, die Übernahme des Einsatzleitwagens der Schweicher Wehr in die Trägerschaft der VG, die Stationierung des Schlauchwagens 1000 aus Issel als Überbrückungsfahrzeug in Pölich und die Stationierung des TSA Pölich in Lörsch.
Windräder an der Mosel?
2012 ist Folgendes geplant: Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit Löschwassertank für die Bekonder Wehr und TSF ohne Löschwassertank für die Wehr Ensch.
Ferner stimmte der VG-Rat der Ausweisung eines Regionalen Grünzuges im Rahmen einer Beteiligung bei der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsplans zu. Bekanntlich ist es politischer Wille, dass die Windkraft ausgebaut wird. Der "Regionale Grünzug" ist als Pufferzone zur Bebauung und als Freiraumschutz für die Umwelt ein Ausschlusskriterium für Windräder. In Detzem, Leiwen und gegebenenfalls in Fell ist geplant, die Schutzfläche an der moselabgewandten Seite zu verringern, damit dort Windräder aufgestellt werden können.